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Warum nur ist das Böse oft so attraktiv? - "Darklove" - heute und morgen ausnahmsweise für 0,99 €

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Ein befristetes Schnäppchen heute und morgen bei Amazon: mein aktuelles eBook "Darklove - über düsteren Welten"

Warum faszinieren uns nicht selten die Bösen in Film und Buch mehr als die Helden?
Ich meine hier mit "Böse" nicht die ekligen Nicht-Sympathieträger - aber das Auftauchen eines attraktiven Bösewichts löst ein Kribbeln in uns Frauen aus. Natürlich variiert unser Geschmack hier sicher bei vielen der Männer beträchtlich, sei es nun Javier Bardem, Willem Dafoe und John Travolta oder "etwas" länger her, die mit verruchtem Charme und Coolness agierenden Clark Cable, Klaus Maria Brandauer und Stephen Baldwin.
Meine persönlichen Lieblingsbösewichte sind übrigens Sean Bean und Josh Holloway, und ganz neu der Bösewicht meiner Fantasie: Naim, der Zweite der Jarboris auf Beretar.
Im Gegensatz zu vielen der oben angeführten, stets polarisierenden Schauspielern besitzt Naim keine stechenden blauen Augen und auch sein Charme lässt zu wünschen übrig. Talin, meine Heldin, findet eigentlich kein gutes Haar an ihm, trotzdem kann sie der Faszination des jungen Mannes, der über ihr Leben und ihren Job bestimmen könnte, nicht entgehen.
Liegt es an der Langeweile, die die "herkömmlichen" Gutmenschen gelegentlich ausstrahlen? Typisches Beispiel für mich ist hier der Peter aus den "Chroniken von Narnia". Ist dieser Charakter zu einfach?
Um wievieles interessanter sind hier die drei Musketiere: der depressive Athos, der saufende Porthos und der leichtsinnig-geheimnisvolle Schönling Aramis.
Auch Talin ist mit einem Gutmenschen liiert, aber ihren Respekt besitzt er nicht.
Naim übrigens zu Beginn des Romans auch nicht, aber in der Geschichte verändern sich die Charaktere unter dem Einfluss der Gefahr und wer weiß, wo das zu guter Letzt noch endet?
Nicht typisch, das kann ich euch versprechen, denn so leicht lässt sich Talin nicht rumkriegen.

 Hier ein kleiner Ausschnitt des Klingenkreuzens zwischen Talin und Naim:

Der Herrschaftssitz der Jaboris auf Beretar war geprägt von wuchtiger Eleganz.
Hohe Türme, eine steinerne Mauer und ein gewaltiges Tor ließen nur den eintreten, der willkommen oder bestellt war.
So vorsintflutlich das Schloss auf den ersten Blick wirkte und an längst vergangene Zeiten erinnerte, in welchen mit Speer und Schwert gekämpft worden war – Talin wusste nur zu gut, dass hinter dieser Fassade die modernste Abwehrtechnik verborgen war: Laser, Kameras und Artilleriewaffen hinter den kleinen Fenstern in jedem Turm sowie die mit Starkstrom betriebenen Schutzzäune um den wunderschön bepflanzten Park.
Alles, was die nächtlichen Fröste Beretars überstand, war in diesem Park zur Schau gestellt und Talin erfreute sich trotz des drohenden Zusammentreffens mit Naim an der Blütenpracht am Wegrand.
Frann und die Admiralin wurden durch einen langen Gang in einen Saal geleitet, dessen Decke in gewaltiger Höhe über ihren Köpfen mit kunstvollen Malereien verziert waren.
An einer der Längsseiten standen eine Reihe rotbezogener Stühle mit filigran gedrechselten Lehnen für wartende Besucher bereit. Riesige Vasen neben den großen Flügeltüren zum Garten, gefüllt mit geradezu verschwenderischer Blumenpracht, zeugten entweder von einem fleißigen Gärtner und einem Haushofmeister mit Geschmack oder aber von einem fürstlichen Hobby.
Talin wusste, dass hierfür die Fürstin selbst verantwortlich zeichnete, denn Elaissa liebte Blumen aller Art und plante den Garten mit akribischer Genauigkeit.
Frann musste mit der Kamera im Saal zurückbleiben, während Talin auf die Terrasse gebeten wurde.
Und wieder einmal hatte sie nach dem Kräutergarten der Forscher-Scholle die Freude einen Ort zu betreten, dessen Schönheit und Duft seinesgleichen suchte.
Bis auf einen entfernten kleinen Hügel hinauf blühte es in allen Farben, in geplanter Wildheit und zueinanderpassendem Farbenspiel.
Große Fliederbüsche wechselten sich mit langen Reihen goldener Rosenstöcke ab, gefüllte rosa Blüten größer als die Faust eines Mannes lockerten fantasievoll beschnittene grüne Hecken auf.
Talin gab sich einem kurzen Moment der Überlegung hin, wie es wohl sein mochte, statt auf einer Kohle-Scholle hier aufzuwachsen. Das Gemüt eines Menschen musste wohl um ein Vielfaches fröhlicher sein. Eigentlich! Warum diese Schönheit auf den Charakter Naims so wenig Einfluss genommen hatte, war Talin unerklärlich. Aber es war auch nicht ihre Sache und ihr im Grunde genommen eigentlich egal, solange sie selbst auf der Brücke der Dragon stehen durfte.
Sie folgte dem Butler eine breite Treppe mit einer schön gemeißelten Balustrade aus mehrfarbigem Stein hinab und stand nun auf der Terrasse der Fürstenfamilie, die hier offensichtlich gerade einen nachmittäglichen Plausch hielt.
Talin vergaß nun die herrschaftliche Umgebung und konzentrierte sich auf die vier Personen, die vor ihr saßen und ihr mit unterschiedlichen Mienen entgegenblickten.
Der jüngere Sohn der Jabori, Tabor, erhob sich geschmeidig aus seinem Stuhl und begrüßte die Admiralin mit sanfter Stimme. Tabor sah Naim ähnlich, besaß aber nicht das hagere Gesicht eines Falken, sondern noch jugendliche Weichheit in seinen Zügen. Sein Haar war ebenso schwarz wie das des Zweiten, aber die Augen strahlten in einem warmen Braunton.
Ein Stuhl wurde ihr selbstverständlich nicht angeboten, so blieb sie, nachdem sie die Familie mit einer Verbeugung geehrt hatte, mit einem höflichen Lächeln auf dem Gesicht abwartend stehen.
Der Fürst, der Erste, neigte sich zu seinem Thronfolger und sprach leise auf diesen ein.
Der Zweite nickte und Talin durchfuhr das Gefühl gleich einem Stromschlag, als Naims Blick sich eindringlich auf sie heftete.
Die dunklen, beinahe schwarzen Augen schienen sie zu verhöhnen und die junge Frau straffte unwillkürlich die Schultern, was Naim natürlich bemerkte, wie das Lächeln auf seinem Gesicht bewies.
»Admiralin, wir sind geschmeichelt, wie schnell du deinen Auftrag zu unserer Zufriedenheit erledigt hast. Du hast die Kamera bereits getestet?«
»Ja, Zweiter Jabori, auf dem Weg hierher. Sie funktioniert einwandfrei und legt viel von dem Leben in den Schluchten offen, teils in Umrissen und teils in den verschiedenen Farbtönungen, die das Ausmaß der Körperwärme anzeigt. Bisher konnten wir neben Kleintieren einen Bären und einiges Wild ausmachen.«
Sie stockte kurz, dann fuhr sie fort:
»Interessant wäre ihr Einsatz über der Majora-Schlucht, aus der wir heute erneut beschossen wurden.«
Die drei Männer wechselten Blicke, die Talin nicht verstand. Hatten sie es bereits gewusst? Vermutlich.
Sie sprach mit wohlüberlegten Worten weiter:
»Wir haben einen Toten geborgen, der möglicherweise am Vortag von unserem Torpedo erwischt worden war. Er sieht aus wie ein Mensch, etwas verwahrlost allerdings und in Felle gekleidet. Laut dem Pathologen auf der Forscher-Scholle hat er menschliche DNA, die allerdings keinem Schollenbewohner zugeordnet werden kann.«
»Was schließt du daraus?«, ertönte die tiefe Stimme des Ersten Jabori.
»Dass in den Schluchten nicht nur Monster und Bestien leben, Erster Jabori«, kam es postwendend und offen aus Talins Mund zurück und die Herrscherin zuckte zusammen.
Elaissa hatte bisher noch keinen Ton oder eine Regung von sich gegeben, nun sah Talin erstaunt, dass in den grünbraunen Augen der etwa Fünfzigjährigen Tränen standen.
Elaissa war die erste Frau Alonzos und die Mutter Naims und des ersten Sohnes Fadir, der bereits als Säugling seit der Explosion verschollen und daher vermutlich gestorben war. Alonzo hatte sich noch eine zweite Frau genommen, nachdem Elaissa offensichtlich keine weiteren Kinder gebären konnte. Das junge Mädchen war eine Tochter der Wald-Scholle gewesen und unglücklicherweise bei der Geburt von Tabor ums Leben gekommen. Danach hatte der Fürst weitere Fortpflanzungswünsche begraben. Bei allem, was man über den Ersten Jabori sagen konnte – Härte und Geiz gegenüber seinen Untertanen, Strenge gegenüber seinen Söhnen – seine Frau behandelte er mit liebevoller Fürsorge.
Alonzo war ein massiger Mann, der sich jedoch nicht so behäbig bewegte, wie seine Figur vermuten ließ. Seine Finger waren langgliedrig und keinesfalls fleischig und seine Gesichtszüge weicher als Naims, jedoch besaßen auch sie eine energische Nase – nicht ganz so hervorstechend wie bei Naim – und ein breites Kinn ähnlich dem von Tabor.
Der Fürst trug seine dunkelbraune, dichte Haarmähne zu einem kurzen Zopf gebunden, der ebenso wie sein Wams aus Samt und seine gefältelten Hosen ein bisschen altmodisch wirkten. Aber es steht ihm auf jeden Fall, dachte Talin, und es gibt diesem Mann ein bedeutsames Auftreten.
Talin beobachtete mit reglosem Gesichtsausdruck erstaunt, wie Alonzo Elaissa über den Handrücken strich und dann ihre zarte Hand fest in seine Pranke nahm. Nun aber wurde ihre Aufmerksamkeit durch Naim ablenkt, der seinen Vater mit hochgezogenen Augenbrauen fragte:
»Kann das sein, Vater?«
Der Herrscher schwieg und sein Blick ruhte auf seiner Frau, dann antwortete er mit einem Grollen in der Stimme:
»Entweder haben es damals einige überlebt und sind dort unten geblieben oder von unseren Leuten haben sich welche ein neues Domizil erwählt. Finde es raus, Naim!«
Sein Sohn stand gehorsam auf und legte seiner Mutter die Hand auf die Schulter, wie um sie zu beruhigen.
Der Fürst gab weitere Anweisungen mit barscher Stimme:
»Admiralin, du wirst dein Schiff auf den Stützpunkt zurückbringen und dann dort auf das Forscherschiff umsteigen, welches Naim jetzt auf der Scholle abholen wird.
Nur so kommt ihr weit genug in die Schluchten hinunter. Lass alle tragbaren Waffen einladen und nimm die besten Leute aus deiner Mannschaft mit, um ihn zu unterstützen.«
Talin hätte zu gern widersprochen, da sie ihren Frei-Tag schon sehr herbeigesehnt hatte, wusste aber, dass ein Widerwort Wahnsinn gleichkäme. Sie wäre ihren Posten sofort los.

So nickte sie, verneigte sich zum Abschied und ging Naim nach dessen höflicher Aufforderung voraus in den Saal, in welchem Frann geduldig auf sie wartete und sich nun um eine gleichgültige Miene bemühte, als er sah, wer Talin auf dem Fuße folgte.
Die Admiralin schmunzelte ihm für Naim nicht sichtbar zu, dann wandte sie sich zu dem Zweiten um, um seine Anweisungen zu erwarten.
Naim musterte sie einen Moment neugierig und grinste dann spöttisch:
»Ich wünschte, ich hätte deine Selbstbeherrschung, Admiralin. Egal welchen Auftrag du erhältst, du nimmst es hin und machst das Beste daraus, nicht wahr?«
Talin schüttelte erstaunt den Kopf.
»Das ist mein Job, Zweiter Jabori.«
»Aber ich freue mich sicher mehr darauf, mit dir auf Abenteuerfahrt zu gehen als du dich über meine Begleitung freust«, stichelte er weiter und Talin lächelte höflich, während sie innerlich beinahe lachen musste. Wie wahr seine Worte doch waren.
Diplomatisch gab sie zurück:
»Ich freue mich immer über spannende Abwechslung zu den üblichen Fahrten und bin mir sicher, du hast zu dieser Fahrt außer der Begleitung noch viel Nützliches beizutragen. Daher ist mir deine Anwesenheit natürlich willkommen.«
»Begleitung, Talin? Ich führe das Kommando«, kam die klare Antwort und nun hatte Naim erstmals die Genugtuung Talin zusammenzucken zu sehen. Aber sofort hatte sich die junge Frau mit dem entschlossenen Gesichtsausdruck wieder in der Gewalt, ihre nächsten Worte zeigten Naim jedoch, dass er einen Nerv getroffen hatte.
»Dann hoffe ich, dass ich nicht wieder meutern muss, um meiner Crew das Überleben zu sichern.«
Das war mutig, spitz und doch deutlich unverfroren für die sonst so gefasste Talin, die Frann nun neben sich entsetzt aufatmen hörte.
Aber Naim lachte nur.
»Gut so. Wenn wir schon heute nicht die Klingen aus Stahl kreuzen können, freue ich mich über deine treffsicheren Worte. Einen Moment hatte ich schon die Befürchtung, ich müsste mich zu Tode langweilen.«

Ganz aktuell und nur für kurze Zeit könnt ihr dieses eBook für 0,99€ über Amazon erwerben. Viel Lesevergnügen wünscht euch

Ainoah

 

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Letzte Änderung am Freitag, 11 Mai 2018 12:19