Um alle Funktionen unserer Website uneingeschränkt benutzen zu können, werden Cookies benötigt. Einige dieser Cookies erfordern Ihre ausdrückliche Zustimmung. Bitte stimmen Sie dieser Verwendung zu.
Beretar

Beretar (2)

Montag, 25 Juli 2016 17:45

Porta Caelesta – Beretar II

geschrieben von

Traumhafte und romantische Fantasy

Gefährliche Magie versetzt die Überlebenden des Hellen Tores in einen Alptraum.

Beschreibung

Porta Caelesta, Beretar II Traumhafte und romantische Fantasy: Gefährliche Magie versetzt die Überlebenden des Hellen Tores in einen Alptraum.
Ein sorgenfreies Leben ist nichts für die kämpferische Talin, aber die Annehmlichkeiten auf der Himmels-Scholle Azurmia und die Anwesenheit des Fürstensohnes Naim lassen sie willenlos werden. Während sich das Böse unaufhaltsam seinen Weg durch das Dunkle Tor zu den geschwächten Menschen sucht, liebt Talin das erste Mal aus tiefstem Herzen. Doch ihr Verschwinden hat Spuren auf dem Heimatplaneten hinterlassen und so machen sich ihre Freunde auf Beretar zu einer Rettungsmission auf. Die Zeit drängt, denn der Untergang Azurmias steht kurz bevor.

Inhaltsverzeichnis

  1. Beretar – zerrissener Planet (Karte)
  2. Vorwort
  3. Rebellion auf der Schul-Scholle
  4. Aufbruchsstimmung
  5. Himmlische Welten
  6. Verborgene Schuld
  7. Geschöpf von Himmel und Erde
  8. Angriff aus den Wolken
  9. Die Hölle bricht auf
  10. Flammen und Brücken
  11. Warum schreibe ich Bücher?
  12. Informationen rund um Beretar
  13. Weitere Bücher der Autorin
  14. Informationen und Kontakt

Leseprobe

Etwas zerrte an ihrer Seite und es dauerte einige Zeit, bis Talin das lästige Gefühl als Schmerz identifizieren konnte.
Ihre Lider wogen schwerer als Blei, doch sie vermochte es mit einiger Anstrengung ihre Augen zu öffnen.
Helligkeit schoss auf sie zu und sie unterdrückte einen Aufschrei, da der Blitz durch ihre Augen direkt in ihrem gequälten Kopf explodierte. Wo war sie nur?
Die Augen zusammengekniffen, um mehr erkennen zu können und das grelle Licht zu dämpfen, blickte sie der Quelle der Unbehaglichkeit entgegen. Ein schützender Schatten stand zwischen ihr und dem Ausgang des Ortes, wo auch immer sie sich gerade befand. Ein Mann, schmal in den Hüften, breit in den Schultern, lehnte am Felsen, einen Arm über sich aufgestützt, an welchem sein Kopf lehnte. Dunkles Haar, beinahe schulterlang, schien er in die Weite zu blicken, tief in Gedanken versunken. An wen erinnerte sie der Mann nur?
Die Frau spürte einen Luftzug und wandte ihren Kopf, um den Grund dafür herauszufinden. Unwillkürlich weiteten sich ihre Augen, als sie sich erstaunt umsah. Sie befand sich in einem aus Fels gehauenen Raum, der eingerichtet war wie ein feudales Urlaubsdomizil auf der Frei-Scholle. Doch ihr war neu, dass es dort Zimmer in irgendwelchen Felsen gab. Unmut machte sich in ihr darüber breit, dass sie so orientierungslos war. Sie versuchte, sich an ihren letzten Aufenthaltsort zu erinnern, aber diese Anstrengung schlug fehl. Sie bog ihren steifen Rücken durch und stieß im gleichen Moment einen kleinen Schmerzenslaut aus. An ihrer Taille bis hinauf bis unter die Achsel brannte es wie Feuer, doch sie konnte sich an keine Verletzung erinnern.
Eine Bewegung vor ihr zeigte, dass ihre Reaktion nicht unbemerkt geblieben war. Der Mann hatte sich umgewandt und kam nun rasch auf sie zu.
»Talin? Du bist wach? Gott sei gedankt, dann hast du es überstanden.«
Sie starrte den gutaussehenden Fürstensohn vor sich erstaunt an, den sie jetzt erkannt hatte, denn eine besorgte Miene kannte sie von ihm nicht. War er sonst nicht entweder grimmig und schlecht gelaunt oder machte jemandem die Existenz schwer, wenn er nicht sein eigenes Leben gerade so führte, wie es ihm beliebte?
»Naim?«, fragte sie zögernd nach. »Was machst du hier? Wo sind wir?«
Seine Stirn legte sich in Falten und Talin wunderte sich über den Anflug ihres Bedürfnisses, ihm die dunkle, glänzende Strähne aus dem Gesicht zu streichen. Was interessierte sie sein Aussehen?
Aber noch wichtiger war die Antwort auf ihre Fragen. Wo war sie und warum war er an ihrer Seite? Und warum zum Teufel war sie verletzt? Erschöpft von dieser ungewohnte Unsicherheit, schloss sie erneut die Augen.
»Talin, bitte bleib wach! Ich schaue mir jetzt bereits seit drei Wochen deine geschlossenen Augen an und du weißt, Geduld ist nicht meine Stärke.«
Ruckartig gingen die Lider wieder nach oben und Talin hakte ärgerlich nach: »Was soll das heißen: drei Wochen? Wo ist meine Crew?«
Da schoss ihr ein Fetzen Erinnerung wie ein Aufleuchten durch die Gedanken. Die Verdana-Schlucht, ein silberhaariger Mann, der sie geküsst hatte, eine riesige Echse, deren messerartiger Schwanz auf sie zugekommen war. Dann brach erneut Dunkelheit über sie herein. Als die das nächste Mal erwachte, war es draußen dunkel. Sie konnte Sterne am Himmel sehen, aber sie schienen viel größer als sonst zu sein. Talin spürte Wärme an ihrer nicht verletzten Seite und ihre Hand tastete sich diesem angenehmen Gefühl entgegen. Weicher Stoff und darunter ein harter Körper, der eine überwältigende Hitze ausstrahlte. Sie erinnerte sich an den Mann, der sie zuletzt gebeten hatte, wach zu bleiben. Was war geschehen, dass sie den arroganten Zweiten in ihr Bett gelassen hatte?, dachte sie ärgerlich, beschloss aber, regungslos zu verharren und erst einmal nachzudenken. Die seltsame Situation musste sich doch irgendwie erklären lassen.

Seine dunkle Stimme, die ihr wie keine andere eine wohlige Gänsehaut und eine genervte Stimmung zugleich bescherte, drang an ihr Ohr.
»Kannst du dich an das Geschehene nicht erinnern?«
Naim klang beinahe mitleidig, was Talin stärker verunsicherte als alles bisher Wahrgenommene.
»Wer bist du und was hast du mit dem Zweiten gemacht?«, wollte sie um ein Haar amüsiert fragen, aber ihr war eigentlich kaum nach Lachen zumute.
»Momentan sehe ich ein großes schwarzes Loch statt einer Erinnerung vor mir«, gab sie leise zu und spürte eine sanfte Berührung auf ihrer Wange.
»Kein Wunder. Du warst schwer verletzt und ich glaube, so knapp ist noch keiner dem Tod von der Schippe gesprungen.«
»Was ist geschehen? Wo sind wir hier?«
Statt einer Antwort folgte erneut eine Gegenfrage.
»Kannst du dich aufsetzen? Deine Wunde ist schon lange vernäht und auch wenn sie schmerzt, dürfte nichts mehr aufreißen.«
Talin nickte und Naim schob den Arm unter ihren Rücken und half ihr sich aufzurichten. Sie kämpfte einen Moment gegen den Schwindel an, dann drehte sie sich und ignorierte den inzwischen bekannten Schmerz in der Seite.
»Warte, ich helfe dir. Sitzen reicht, Talin«, mahnte Naim, aber sie schüttelte bockig den Kopf.
Er seufzte, dann lachte er leise.
»Natürlich hast du dich durch den Dornröschenschlaf kein bisschen geändert. Stur wie eh und je. Lass dir wenigstens helfen, bevor du wieder ohnmächtig wirst und die Wunde erneut aufreißt.«
Wortlos akzeptierte sie sein Angebot und erhob sich so behutsam wie möglich. Ihre Seite ziepte und sie nahm an, dass dies die Wundnähte verursachten, die nun erstmals gedehnt wurden. Leise versuchte sie, das unangenehme Gefühl wegzuatmen und duldete seinen stützenden Arm, der sich unter ihren Unterarm schob. Einen Schritt nach dem anderen setzte sie auf den felsigen Boden, der ihre nackten Füße kühlte. Eine gefühlte Ewigkeit später standen sie am Rand des Felsenzimmers und starrten in die Weite.
Talin war sprachlos. Jedes Gefühl der Unsicherheit, der Übelkeit oder dem Zorn darüber, von Naim Hilfe annehmen zu müssen, löste sich in unwichtigen Nebel auf.

Unter ihnen lag ein Garten Eden unter dem vom Vollmond beleuchtenden Nachthimmel. Bäume, Wiesen, eine Art Park mit Spazierwegen und Bänken schien es zu sein. Am Ende des Parks bewegte sich eine dunkelgraue Fläche und die Admiralin vernahm ein lautes Plätschern.
»Ist das dort hinten ein See? Auf welcher Scholle sind wir denn?«
»Kein See, ein kleines Meer mit wunderschönen Sandstränden unter Palmen, so etwas Paradiesisches habe ich noch nie gesehen. Noch nicht einmal auf den Himmels-Schollen meiner Familie.«
Seine Stimme klang beinahe andächtig, was für Talin wieder ein kleines Wunder war. Schweigend wartete sie darauf, dass er weitersprach, aber er starrte einige Zeit wieder hinunter in Richtung dieses wunderbaren kleinen Meeres.
Dann wandte er sich um und nahm Talin mit, indem er seinen Arm vorsichtig um ihre Taille schlang.
»Sieh dort hinunter, Talin.«
Ihre Augen wurden groß wie Untertassen. Wie ein großer blau-grün-schwarzer Ball lag Beretar vor ihnen mitten in der dunklen Weite des Raums. Die Schluchten waren als feine Haarrisse zu erkennen und vermutlich konnte man bei Tageslicht feststellen, ob es sich um eine Wald- oder Getreide-Scholle handelte, je nachdem ob es ein heller oder dunkler Fleck wäre. Airballoons oder Häuser waren auf diese Entfernung natürlich unmöglich auszumachen. Talin spürte, wie ihr Herz bei dem unbändigen Verlangen nach ihrer Heimat zu schmerzen begann.
»Wo sind wir hier? Und wie sind wir in diese Höhe gekommen? Warst du das mit deinem Airballoon?«, fragte sie zittern vor Spannung.
»Ich habe den Weg durch das Helle Tor gewählt, Talin. Es hätte auf Beretar keine Rettung mehr für dich gegeben. Deine Verletzung war zu schwer. Wie auch immer das möglich ist, kann ich dir nicht erklären, aber wir sind auf einer der Himmels-Schollen. Ich war allerdings noch nie auf dieser hier. Was seltsam ist ...«
Er stockte und Talin wandte sich ihm neugierig zu, obwohl ihr Atem immer noch schnell und flach ging, während sie versuchte, das Gehörte zu verarbeiten.
»Was ist seltsam?«
»Sieh dort hinüber nach Osten. Diese Scholle ist die Urlaubs-Scholle meiner Familie. Man kann sie einwandfrei erkennen, aber von dort drüben aus habe ich noch niemals eine Himmels-Scholle im Westen gesehen.«
»Das heißt, die Scholle war zuvor nicht dort? Oder sie wandert?«, fügte Talin gedankenvoll hinzu und Naim hob unsicher die Schultern. Auch eine neue Bewegung, die Talin an dem sonst so selbstsicheren Mann noch nie wahrgenommen hatte, die jedoch ein warmes Gefühl in ihr emporsteigen ließ.
»Möglich, ich kann es mir nicht erklären. Vielleicht können wir eine Transportmöglichkeit finden, um hinüber zu kommen. Dann wäre es mir ein Leichtes, meine Familie zu informieren und uns abholen zu lassen.«

»Diese Möglichkeit besteht leider nicht, es gibt keine Transportmittel auf Azurmia, die uns den Raum überwinden lassen«, erklang hinter ihnen eine kühle Stimme. Talin keuchte vor Schmerz auf, weil sie sich zu schnell umgewandt hatte.
Naim war über den Anblick ihrer Besucherin nicht überrascht, was nur bedeuten konnte, dass er ihr bereits zuvor begegnet war.
Eine Frau stand vor ihnen, die eine Ausstrahlung besaß, wie sie Talin noch nie von einem Menschen empfangen hatte.
Zunächst fiel die außergewöhnliche Statur auf, sie war beinahe einen Kopf größer als der hochgewachsene Naim, und Talin fühlte sich zwergenmäßig, obwohl auch sie keine kleine Frau war. Lange fließende Gewänder aus silbern schillernden Material verbargen nur schwer eine extreme Magerkeit und eine matt glänzende helle Haut. Alles an dieser Besucherin wirkte silbrig, aber auf eine unauffällige Art wie ein Diamant und hatte nichts mit einem funkelnden, protzigen Auftritt. Tätowierte zarte Runen liefen seitlich den Hals entlang in Richtung Schultern und auch sie glänzten leicht.
Die Gesichtszüge offenbarten eine ebenmäßige Schönheit. Das asketische Gesicht mit äußerst markanten Wangenknochen und einer langen schmalen Nase lebte von den großen, grausilbern strahlenden Augen. Weibliche Formen waren nur mit Mühe zu erkennen, trotz des beinahe bis zum Bauchnabel zulaufenden, offenherzigen Ausschnitts und die sportlich-schlanke Talin fühlte sich erstmals in ihrem Leben üppig gebaut.
Das Absurdeste an ihrer Besucherin war jedoch der kahle Kopf, der offensichtlich nicht rasiert wurde, sondern kein Haarwachstum vorweisen konnte. Nun fielen der Admiralin auch die fehlenden Augenbrauen auf. Die widersprüchlicherweise vorhandenen Wimpern besaßen eine ausgeprägte Länge und betonten im seidigen Schwarz diese besonderen Augen, die zugleich sanft wie auch kühl wirkten.
»Sei gegrüßt, Elysiana«, vernahm Talin erstaunt die ehrerbietige Stimme Naims. Naims höfliche Worte wurden nur mit einem Nicken quittiert, dann wandte sich die Frau an Talin.
»Es geht dir endlich besser, Talin?«
»Ja, vielen Dank. Verdanke ich dir meine ärztliche Versorgung?«
»Eine unserer Heilerinnen hat sich deiner angenommen, aber ihr Erfolg stand auf Messers Schneide. Die Degenschwänze der Feuerwarane enthalten sehr aggressives Gift, das sich rasch im Körper ausbreitet und gemeinhin nach wenigen Tagen zum Tode des Opfers führen. Dann machen sich diese Raubtiere über den Wehrlosen her, sofern es keiner der Feuerdämonen geschafft hat, ihn dem Reptil vorher mit einer List oder in einem Gruppenangriff abzujagen.
So oder so wäre der sichere Tod dein Schicksal gewesen, wenn dein Gefährte nicht so schnell den einzigen Weg gewählt hätte, dich zu retten. Denn wir besitzen ein Gegenmittel, wenn die Ausbreitung des Gifts nicht zu weit fortgeschritten ist.«
Talin schloss kurz die Augen, als sie sich ausmalte, dass einige der verbrannten Shades, die Elysiana wohl als Feuerdämonen bezeichnete, an ihrem noch nicht ganz leblosen Körper zu nagen begonnen hätten, wäre Naim nicht gewesen.
Sie wandte den Kopf zu ihm, der sie etwas verlegen anlächelte.
»Ich danke dir, Naim, und hoffe, dass es für dich nicht bedeutet, deine Familie nie wiedersehen zu können.«
Der Fürstensohn zuckte kurz zusammen, dann brach sein aggressiv-lässiger Charme durch und er zwinkerte Talin anzüglich zu.
»Du wirst mich doch darüber hinweg trösten, Süße?«
Talin war beinahe froh, als sie den gewohnten Zorn über seine Anmaßung in sich heraufsteigen spürte, aber sie hielt sich zurück.
»Du hast mein Leben gerettet, wir werden sehen«, erwiderte sie um Freundlichkeit bemüht und konnte sich ein Lächeln nicht verkneifen, als seine dunklen Augenbrauen erstaunt nach oben zuckten.
»Eine nachgiebige Admiralin? Das Gift lähmt sie wohl immer noch ein wenig, vermute ich«, wandte er sich an Elysiana, die das Geplänkel, ohne eine Miene zu verziehen, verfolgt hatte.
»Eher die Schmerzmittel, würde ich sagen. Aber das kommt wieder in Ordnung«, war die trockene, gefühllose Antwort.
Talin musste lachen, was die beiden anderen erstaunt dreinblicken ließ. Aber sie fühlte erstmalig die Spannung in ihrem Körper schwinden, auch wenn sie zugleich wieder eine lähmende Müdigkeit überkam. Elysiana beugte sich vor und musterte Talins Augen.
»Du solltest dich wieder etwas ausruhen. Nicht zuviel Anstrengung auf einmal. Ich lasse euch etwas zu essen bringen.«
Sie griff nach Talins Arm und diese spürte unter dem seidenweichen Gewand nur Muskeln, Sehnen und Knochen, was die immense Kraft, die Talin in Richtung Diwan schob, nicht erklärte.
Talin ließ sich vorsichtig nieder und spürte entsetzt, wie ihre Beine zitterten und sie Mühe hatte, diese auf die niedrige Liegefläche zu schwingen.
Elysiana wandte sich an Naim. Talin erkannte trotz ihrer bereits hinabsinkenden Lider, dass sie einen speziellen Ohrschmuck zu tragen schien. Die Ohren, spitz nach oben zulaufend, waren von einem silbernen Metallhäubchen mit zierlichen Mustern und kleinen Kettchen bedeckt, die bei der kleinsten Kopfbewegung ein leises Klingeln auslösten.
Nebel senkte sich über Talins Blick und ihr Bewusstsein schwand erneut.



Download:
Umfangreiche Leseprobe aus der Taschenbuchversion:
Leseprobe "Porta Caelesta"

  • Mehr als 20% der Taschenbuchversion
  • 66 Seiten
  • PDF, Größe 1,2 MB

Weitere Informationen und Leseproben auf facebook.com/ainoahjace

 

Rezensionen

Seit Naim die tödlich verwundete Admiralin Talin durch das helle Tor getragen hat, hat keiner auf Beretar mehr von ihnen gehört. Doch ihre Freunde wollen die Hoffnung nicht aufgeben. Elion ist der erste, der die Informationen über Than weitergibt und deswegen zusammen mit den Vorstehern des Mädchen- und des Jungenhauses der Schulscholle aufbricht, um Naim zu folgen. Auch Fadir und Talins erster Offizier Frann werden zu einer Expedition geschickt, die Naim und Talin finden sollen. Währenddessen sind diese auf die unbekannten Himmels-Scholle gelangt, die im ersten Moment wie das Paradies erscheint. Doch der Schein trügt und es dauert nicht lange, bis auch sie sich wieder in Abenteuer stürzen.

Da ich die Charaktere und die Welt bereits aus Band eins kannte – und hier auf längere Beschreibungen verzichtet wurde – konnte ich gleich ins Buch einsteigen.Nach dem Ende des letzten Bandes war ich sehr gespannt darauf, wie es Talin und Naim ergangen ist. Hier musste ich mich aber erst einmal in Geduld üben. Die Ereignisse aus Band eins wurden zwar nur sehr kurz zusammengefasst, aber der Fokus der Erzählung lag vorerst auf Elion, Frann und Fadir. Auch ihre Geschichten zeigten von Anfang an eine spannende Seite, so verdächtigt Fadir den Fürsten, Geheimnisse vor ihm zu haben und Elion muss bald erkennen, dass es andere auf den Schollen gibt, die mehr zu wissen scheinen. Zusammen mit den Entdeckungen, die Naim und Talin auf der Himmels-Scholle machen, bin ich bald von einer Verschwörung ausgegangen, auf die die einzelnen Informationen, die von den unterschiedlichen Gruppen gemacht wurden, hindeuteten. Dadurch waren für mich alle Handlungsstränge interessant, wenn ich auch den um Talin und Naim immer etwas lieber mochte. Nach der Wandlung, die die beiden Charaktere im ersten Band durchgemacht haben, fand ich sie hier noch interessanter.
Dass sich aus ihrem wie ausgewechseltem Umgang miteinander bald mehr entwickeln würde, war vorhersehbar und dennoch zu ihnen passend beschrieben. Die Reihe wird immer wieder als romantischer Fantasy angepriesen. Ich für meinen Teil finde Romantik nicht unbedingt das passende Wort dafür, da weder Naims noch Talins Charakter kitschige, schwärmende oder andere Liebesbezeugungen zulassen und „Romantik“ doch in die Richtung denken lässt. Zudem spielt ihre neue Beziehung nicht so eine große Rolle in der Geschichte, wie man das nach dem Klappentext oder auf Grund der Bezeichnung vielleicht erwarten würde. Sie ist ein Teil der Erzählung, aber bei weitem nicht der wichtigste oder beherrschende. Wer also nur eine Liebesgeschichte vor fantastischem Hintergrund sucht, ist hier falsch. Viel mehr geht es im Buch um einzelne Bewohner Beretars, die sich auf ihre Neugierde einlassen, die ihren Freunden helfen wollen oder die gegebenen Umstände nicht einfach ungefragt so hinnehmen wollen und dadurch in einen Teil ihrer Welt aufbrechen, der bisher unbekannt, aber voller Gefahren, ist.

Fazit: Der Band schließt die Reihe ab und wartet dabei mit mehr fantastischen Elementen als der erste Teil auf. Die bekannten Charaktere werden durch neu hinzugekommene ergänzt. Bis zum Ende spitzt sich die Situation zu einem fulminanten Finale zu. Ein sehr gelungener Abschlussband, der mir noch besser gefallen hat, als der Vorgänger.

Wunderschön geschrieben - Ainoah Jace hat für jede ihrer Geschichten eine eigene großartige Welt mit vielen interessanten Charakteren. Ihre Bücher sind wirklich spannend und ich kann sie immer kaum aus der Hand legen.

Landkarte

Landkarte von "Beretar - dem zerissenen Planeten

Beretar

Die Landkarte gibt es auch zum Selberausdrucken als PDF-Dokument zum herunterladen

Kaufen

Erhältlich als E-Book:

E-Bookversion
Format: Kindle Edition
Dateigröße: 558 KB
ASIN: B01K3ATJOO

Bald erhältlich als Taschenbuch:

Taschenbuchversion

Taschenbuch:
Verlag: EyeDoo Publishing
Verlagsnummer: 946201

Sonntag, 31 Juli 2016 11:19

Terra Obscura – Beretar I

geschrieben von

Romantische Fantasy meets Science Fiction

Verwirrende Gefühle und waghalsiger Mut in der Finsternis eines zerrissenen Planeten

Beschreibung

Terra Obscura, Beretar I Angriffe aus dunklen Schluchten erfordern das Handeln Talins, der attraktiven, kühlen Admiralin der Luftschiff-Flotte, doch ihre Expedition steht von Beginn an unter keinem guten Stern. Probleme mit der Technik, ein blinder Passagier und ein autoritätsverachtender Fürstensohn machen ihr das Leben schwer. Als die Crew gezwungen wird, den sicheren Airballoon zu verlassen und in die Schluchten abzusteigen, wartet bereits ein überlegener Gegner auf sie. Unerwartet findet sich Talin zwischen zwei Männern wieder. Bisher unterdrückte Gefühle lodern wie heiße Flammen und bringen die Admiralin in tödliche Gefahr.

Inhaltsverzeichnis

Kapitel 1: Beretar – zerrissener Planet (Karte)
Kapitel 2: Vorwort
Kapitel 3: Auf dem Stützpunkt
Kapitel 4: Auf der Schul-Scholle
Kapitel 5: Ein aufsehenerregender Fund
Kapitel 6: Der Auftrag des Fürsten
Kapitel 7: Die Last der Verantwortung
Kapitel 8: Verborgen im Dunkel
Kapitel 9: Absturz im Feindesland
Kapitel 10: Düstere Heimat
Kapitel 11: Leben in der Dunkelheit
Kapitel 12: Das Dunkle Tor
Kapitel 13: Glaube an das Leben
Kapitel 14: Neuanfang
Warum schreibe ich Bücher?
Informationen rund um Beretar
Weitere Bücher der Autorin
Informationen und Kontakt

Leseprobe

Wer sein Essen so hinunterschlingt, sollte fett sein«, spöttelte eine raue Stimme. Als Talin aufsah, ließ sich ein schlanker Mann lässig und unaufgefordert in den Stuhl ihr gegenüber gleiten.
Ihre Crewmitglieder versuchten, unauffällig von ihm abzurücken, obwohl auch sie nicht zum zartbesaiteten Typ gehörten.
Talin hätte sich beinahe die Blöße gegeben und sich verschluckt, denn der Mann war kein Geringerer als der ältere Sohn der Jaboris, Naim.
Der Zweite – so lautete der offizielle Titel – wirkte auf den ersten Blick in das makellos attraktive Gesicht, welches von schulterlangen, dunklen Locken umrahmt wurde, beinahe wie ein Dichter.
Aber Talin wusste es leider besser: Naim war der talentierteste Kämpfer, den sie je beobachtet hatte, und eindeutig sadistisch veranlagt, worauf seine Art mit dem Kampfpartner umzugehen, schließen ließ. Wer sich auf ein Training mit ihm einlassen musste, ging niemals ohne eine ihn für immer zeichnende Wunde aus diesem Kampf hervor. Wunden, die stets eine für alle sichtbare Bestätigung der Niederlage gegen den Zweiten waren.
Die Unterlegenen hatten irgendwann begonnen, diese Wunden als ein Zeichen der Ehre anzusehen, für einen Kampf mit dem Jabori ausgewählt worden zu sein, um mit der Verunstaltung ihres Körpers besser leben zu können.
Naim hatte mehrmals angedeutet, mit Talin kämpfen zu wollen, da sie eine ernstzunehmende Gegnerin für ihn schien und damit Unterhaltung versprach.
Die Langeweile ist ein großes Problem für diesen Mann, dachte Talin zynisch, ohne sich etwas anmerken zu lassen. Mit ausdruckslosem Gesicht nickte sie dem Jabori zu und erwiderte:
»Ich bitte um Verzeihung, Zweiter Jabori, aber durch den Alarm heute Mittag fiel das Essen aus. Ich bin tatsächlich hungrig.«
Besonnen schwieg sie und wartete seine Reaktion ab. Naims glänzende, dunkle Augen verengten sich einen kurzen Moment und Talin wusste, das Gespräch war noch nicht beendet.
»Gibt es einen Hinweis auf die Ursache der Geräusche in der Schlucht?«
Talin schüttelte den Kopf und verkniff es sich, statt zu antworten, in eine Tomate zu beißen.
»Nein, Zweiter. Wir konnten nichts erkennen.«
»Morgen besuchst du die Forscher-Scholle und fragst nach dem Stand der Entwicklung dieser Wärmebildkameras. Das kann doch nicht so schwer sein, etwas herzustellen, was ein anderer schon Jahrhunderte zuvor erfunden hat«, stieß er mit kalter Stimme hervor und Talin seufzte innerlich. Dass sich der Zweite nichts Unmögliches vorstellen konnte, war klar. Wann stieß er denn je auf Grenzen?
Plötzlich verzog sich der schmale Mund zu einem schiefen Grinsen, welches auf Talin nicht zum ersten Mal seltsam anziehend wirkte.
»War dein Gedanke eben ›Frag doch selbst nach!‹?«, reizte er die Kämpferin mit voller Absicht, aber Talin hatte nicht umsonst den Ruf, dass Eis statt Blut in ihren Adern floss.
So leicht ließ sie sich nicht provozieren und antwortete ruhig:
»Keinesfalls, Zweiter. Wenn ich diesen Eindruck erweckt haben sollte, bedauere ich das. Ich mache mich gleich morgen auf den Weg zur Forscher-Scholle.«
Sie konnte sich allerdings nicht zurückhalten, nun doch bewusst unhöflich den nächsten Bissen in den Mund zu schieben, während sie ihrem Gegenüber ohne Regung in die Augen sah.
Naim lachte heiser auf und erwiderte sichtbar amüsiert:
»Hervorragend, Admiralin. Dann befehle ich dir, anschließend auf meiner Scholle einzulaufen, um mir Bericht zu erstatten. Und bring etwas Zeit für einen Übungskampf mit.«
Er wartete ihre Antwort nicht ab, aber Talin hatte sowieso nicht vor, etwas darauf zu erwidern. Sie sah ihm nach, wie er hochaufgerichtet und zielstrebig, gefolgt von seinen Männern, das Gebäude verließ.
Sie würde nicht mit ihm kämpfen und sich entstellen lassen, was eine unwiderrufliche Folge eines Gefechtes zwischen ihnen beiden wäre. Talin hatte seit langem keinen Kampf mehr verloren, aber Naim konnte dies ändern, das war ihr nur zu klar.

»Melde dich krank. Ich fahre statt deiner und erstatte Bericht. Er wird dich so verwandeln, dass wir dich nicht wiedererkennen, Talin«, vernahm sie die sympathische Stimme ihres Leutnants Frann, der sich auf den soeben frei gewordenen Platz fallen ließ.

Seine Chefin schüttelte kauend den Kopf und grinste dennoch. Dann hob sie mahnend den Finger, und Frann schwieg besorgt.
Der durchtrainierte, hagere Erste Offizier der Dragon, hatte trotz seiner Freundschaft zu Talin einen Heidenrespekt vor der jungen Frau, die er in keiner noch so brenzligen Situation je hatte zögern sehen. Sie war nervenstärker als jeder ihrer Untergebenen, als jeder ihrer Commander auf den anderen Schiffen, und war nicht zu Unrecht trotz ihres jugendlichen Alters die Admiralin der Flotte.
Natürlich registrierte er wie jeder Mann in Talins Nähe ihre weibliche Anziehungskraft, das attraktive, wenn auch nicht typisch schöne Gesicht mit den etwas zu ausgeprägten Wangenknochen und dem energischen Kinn. Talin legte keinerlei Wert auf die üblichen Schönheitsverbesserungen einer Frau und hatte es nach Franns Meinung keineswegs nötig. Sie kleidete sich, außer auf der Frei-Scholle, wie ein Mann, kämpfte wie ein solcher und besaß eine natürliche Autorität, die seit langem niemand angezweifelt hatte.
Bis vor etwa einem Jahr war sie Zweiter Offizier auf einem Transporter gewesen. Dessen Commander hatte Mannschaft und Ladung durch eine gewaltige Fehleinschätzung bei Sturmwetter und einem gleichzeitigen Angriff aus der Nervada-Schlucht in Gefahr gebracht.
Talin hatte im letztmöglichen Augenblick den Gehorsam verweigert, das Kommando an sich gerissen und Crew wie Schiff in Sicherheit befördert – nachdem sie den Angreifern eine durchschlagende Antwort erteilt hatte. Aus dieser Schlucht war bisher kein Lebenszeichen mehr nach oben gedrungen.

Der Commander hatte zusehen müssen, wie sein Arbeitsplatz an die Meuterin übergeben wurde, wohingegen er das Leben seitdem als Kohlenschaufler fristete.

Das Urteil des Fürsten war schnell gefällt und vollzogen worden, denn nur Alonzo selbst bestimmte über das Recht auf Beretar.
Talin hatte sich zuvor unermüdlich nach oben gearbeitet. Sie besaß eine hohe Intelligenz, die sie nautisches Wissen in Windeseile erlernen ließ und stählerne Nerven in Gefahrensituationen. Ihr respektvolles, aber niemals unterwürfiges Verhalten gegenüber den Jabori hatte sie nach einer weiteren verdienstvollen Fahrt, auf der sie für den Schutz der Herrscherfamilie zuständig gewesen war, den höchsten Posten in der Flotte und damit eine der Schlüsselpositionen auf Beretar erlangen lassen.
»Mach dir keine Sorgen, Frann. Bisher bin ich immer drumherum gekommen. Der Zweite braucht nur etwas Zerstreuung, bis morgen hat er sicher Ersatz gefunden.«
»Wenn du damit das Gleiche meinst wie ich: Seine Frauen sehen nach einem Date mit ihm zwar nicht entstellt, aber auch nicht glücklich aus. Ich hoffe, du bist nicht an ihm interessiert?«
Talin lachte kurz auf und ihre kühlen, grauen Augen glitzerten vergnügt.
»Mache ich so einen dummen Eindruck auf dich? Warum sollte ich jemanden wie Kendar, mit dem ich Spaß habe, gegen einen Sadisten eintauschen? Wobei nicht jede Frau jammert, Frann, das muss ich ehrlich sagen. Die, die Grund zum Jammern hatten, hat er fürstlich entschädigt. Aber manch eine hat auch ein Lächeln auf ihrem Gesicht, wenn sie von ihm spricht.
Genug der unsinnigen Überlegungen: Naim wird nicht riskieren, dass sich sein Vater einen neuen Admiral suchen muss.«
Frann schüttelte nachsichtig lächelnd den Kopf.
»Du unterschätzt deinen Unterhaltungswert.«
Talin grinste und winkte ab.

Download:
Umfangreiche Leseprobe aus der Taschenbuchversion:
Leseprobe "Terra Obscura"

  • Mehr als 15% der Taschenbuchversion
  • 47 Seiten
  • PDF, Größe 1 MB

Weitere Informationen und Leseproben auf facebook.com/ainoahjace

 

Rezensionen

Und wieder ist Ainoah Jace mit "Terra Obscura" ein großer Wurf gelungen. Spannend von der ersten bis zur letzten Seite!
Ob Kriminalroman (mit) Liebesgeschichte, ob Fantasy-Roman: Man wird von diesem hinreißenden Schreibstil gefangen, über den Ainoah Jace verfügt.
Besonders die Fantasy-Romane "Zarame" oder "Die Traumwandlerin" haben es mir angetan. Da wird man wegetragen von der Geschichte, leidet und freut sich mit den handelnden Gestalten. Hervorragend, wie die Spannung aufgebaut wird und wie sie sich plötzlich und unverhofft wieder löst!
Ich freue mich schon auf die Fortsetzung von "Terra Obscura" und viele, viele weitere Bücher von Ainoah Jace!
Hans Holstening, ein treuer und begeisterter Fan der Autorin
.

Der Erzählstil ist flüssig. Die Handlung wird von einem allwissenden Erzähler geschildert, der hauptsächlich aus Talins, sowie häufig aus Elions Sicht, erzählt, aber auch die Gefühle und Gedanken von anderen Figuren immer wieder aufgreift. Hierdurch ist es mir leicht gefallen mich in die verschiedenen Figuren hineinzuversetzen. Ab und zu war es aber auch etwas schwierig den Übergang von der einen zur anderen Perpektive mitzubekommen. Es hat mich aber nicht weiter gestört. Viele der Figuren habe ich sehr ins Herz geschlossen. Sie alle haben ihre eigene Kontur bekommen und sind je nach Handlungsanteil mehr in die Tiefe ausgebaut, wobei im Nachhinein noch etwas Platz nach Oben ist.
Die Karte zum Beginn des Buches hilft einen Überlick zu behalten, wo sich die Personen gerade befinden.

Ich habe das Buch in drei Tagen durchgelesen. Der Anfang war gut, aber nicht besonders, aber zum Ende hin wurde es immer spannender. Es gab nur einen Punkt, den ich vorhergesehen habe und recht offensichtlich war, aber alles ander ist gut durchdacht. Ich finde der Spannungsaufbau war somit am Anfang etwas sehr langsam und ich wurde erst einmal in die Handlung und die Figuren eingeführt, worauf, dann später ein langsamer und dann ein rasanter Spannungsaufbau mit Pausen entsand mit einem Finale und einem etwas nachdenklich stimmenden Ende, sowie einem kleinen Ausblick und Hoffnungschimmer für den nächsten Teil.

Vierzig Jahre ist es her, dass eine gewaltige Explosion den Planeten Beretar zerstört hat und nur einzelne Erdschollen zurückgelassen hat. Die Menschen haben sich in diesen vierzig Jahren unter Fürst Alonso organisiert, die Schollen einzelnen Aufgaben zugewiesen und sie mit Hochspannungszäunen gegen die zwischen ihnen liegenden Schluchten abgeschottet, in denen sie genetisch veränderte Monster wähnen. Doch dann wird der Airbaloon der Admiralin Talin angegriffen und das nicht von mutierten Tieren sondern von Menschen. Sie erhält den Befehl, zusammen mit dem Herrschersohn Naim die Schluchten zu erforschen. Während er am liebsten auf alles schießen würde, das sich bewegt, möchte sie herausfinden, was sich dort befindet. Zusammen mit dem Forschersohn Elion und der ihrer jungen Küchengehilfin bekommt sie nähere Einblicke, als ihr lieb ist.
Zu Beginn der Geschichte musste ich mir erst einmal ein Bild der Welt machen. Die Karte am Beginn zeigt zwar die Schollen und Schluchten, die Zusammenhänge konnte ich aber erst aus der Geschichte herauslesen. Beretar erinnert in vielen Bereichen an unsere Welt. So kommen Kommunikationsmittel, Computer und viele Technologien vor, die bekannt sind. Unsere Fahrzeuge werden zwar als vor der Explosion benutzt erwähnt, wurden aber durch an Zeppelin angelehnte Airballons ersetzt. Anderes hingegen erinnert an frühere Gesellschaften. Nicht nur die Menschen in den Schluchten, sondern die einfach anmutenden Einteilungen der Gesellschaft in ihre Aufgabenbereiche mit dazu passenden Schollen und besonders die Herrschaftsform haben mich daran erinnert. Die Beschreibungen waren am Anfang des Buches reichlich sodass ich mir einerseits Beretar und seine Bewohner besser vorstellen konnte, mir andererseits aber die voranschreitende Handlung und die menschlichen Interaktionen fehlten. Diese wurden erst zur Mitte des Buches hin schwungvoller und spannender.
Talin ist nicht die einzige, die im Mittelpunkt der Geschichte steht. Die Erzählung wechselt zwischen ihr und dem Jungen Elion. Dabei ist sie an die beiden Charaktere angepasst. Elions Abschnitte erinnerten mich zu Beginn an ein Jugendbuch, mit seiner Ankunft in der Schulscholle, seinen Problemen sich dort zurecht zu finden und seinen Anstrengungen die Gehässigkeiten mit denen er konfrontiert wird, zu überwinden. Talins Part widmet sich auf Grund ihrer Stellung ganz anderen Problemen. Sie ist eine sehr selbstbewusste Frau, deren Karriere an erster Stelle steht und die in erster Linie Kommandantin eines Airballons ist. Ich mochte sie, auch wenn Sympathie nicht unbedingt das ist, was ihren Charakter ausmacht. Sie erscheint manchmal kühl und einzig auf ihre Aufgabe beschränkt, zeigt dann aber doch wieder Mitgefühl. Sie ist nicht die einzige, die bis zum Ende hin eine Wandlung zum Positiven hin macht.
Der Beginn des Buches hat mich durch den fremden Planeten an science-fiction Romane erinnert, die Airballons hatten auch einen Hauch von steampunk an sich. Zum Ende hin kommen noch einige fantastischere Elemente hinzu. Das Ende war dann auch sehr offen und ließ mich gespannt auf den nächsten Band zurück.

Fazit: Während der Anfang darauf aus ist, die Umgebung und die neuen Charaktere einzuführen – was mir manchmal zu langatmig war – konnte ich ab der Mitte des Buches immer besser in die Geschichte eintauchen. Sie wurde spannender und die Charaktere immer sympathischer und interessanter, sodass ich das Buch nicht mehr aus der Hand legen konnte. Ein gelungener erster Band der Serie.

Landkarte

Landkarte von "Beretar - dem zerissenen Planeten

Beretar

Die Landkarte gibt es auch zum Selberausdrucken als PDF-Dokument zum Herunterladen

Kaufen

Erhältlich als E-Book:

E-Bookversion
Format: Kindle Edition
Dateigröße: 819 KB
ASIN: B01JVK46WM

Bald erhältlich als Taschenbuch:

Taschenbuchversion

Taschenbuch:
Verlag: EyeDoo Publishing
Verlagsnummer: 946201