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Mittwoch, 19 Februar 2020 12:25

Die Prüfung – Sternenflut III

geschrieben von

Spannende und romantische All Age Fantasy!

Sinnlich, romantisch und spannend: Geschichten aus den fantastischen Welten von Ainoah Jace

Beschreibung

All Age Fantasy: Die Prüfung, Sternenflut IIIFlusshändler Cassian ist mit den Menschen, denen er das Bestehen der Götterprüfung zutraut, auf dem gefährlichen Weg zum Austragungsort, der Arena von Olytaurus. Je näher sie dem Ziel kommen, desto häufiger ereignen sich unheilvolle Begebenheiten.

Die Prüfungen führen ihm und seinen Gefährten vor Augen, dass Götter weder immer fair noch gerecht spielen. Dennoch ist ein untadeliger Charakter genau das, was diese fordern!

Für Cassian, der zum Zuschauen verdammt ist, entwickeln sich die Tage zunehmend zu einer nervenaufreibenden Zeit. Denn der letzte Prüfling ist die Frau, die er liebt!

Inhaltsverzeichnis

Kapitel 1: Vorwort oder der Rat der Niedertracht
Kapitel 2: Die Auserwählten
Kapitel 3: Zweifel des Zauberers Kapitel 4: Gestade des Westmeers
Kapitel 5: Gekapert
Kapitel 6: Am Abgrund
Kapitel 7: Das Theater von Olytaurus
Kapitel 8: Leonidas
Kapitel 9: Martyn
Kapitel 10: Shannah
Kapitel 11: Entscheidungen und Vermächtnisse
Kapitel 12: Anmerkungen der Autorin
Kapitel 13: Der Künstler lebt auch vom Applaus
Kapitel 14: Namen zum Nachblättern
Kapitel 15: Weitere Bücher der Autorin
Kapitel 16: Informationen und Kontakt

Leseprobe


Der hagere Mann richtete sich vorsichtig auf und lauschte. Bedrohliche Stille herrschte um ihn herum. Die Vögel schwiegen, kein Rascheln, verursacht von Igel oder Dachs, war zu hören.

Er wartete geduldig ab, als Späher und Fährtensucher lag ihm das Warten im Blut. Dann wagte er es, mit genauem Blick auf den Boden die wenigen Meter bis zum Bach zu huschen. Jeder unbedachte Schritt, jedes Knacksen eines Zweiges konnte sein Ende bedeuten.
Hatte seine Bedachtsamkeit überhaupt einen Sinn? Oder waren die Augen der Zauberer auf ihn gerichtet, während sie über seine Versuche, sich zu verbergen, lächelten?
Er wusste, er war der Beste unter den Spähern. Ihm entging keine noch so kleine Bewegung, keine noch so feine Spur zwischen dem Laub am Boden. Er fand immer, wen er suchte. Doch nun hatte sich das Blatt gewendet: Sie waren auf der Suche nach ihm.
Wollte er nicht zum Verräter werden, musste er sich beeilen. Sich in einer Reisegruppe fortzubewegen, war sein Ziel, das die höchste Sicherheit bedeutete. Vor allem in der Gruppe um Cassian, dem Flusshändler. Der Gejagte grinste, als er darüber nachdachte, wie sehr Cassian die Zauberer an der Nase herumgeführt hatte.
Dann wurde seine Miene ernst. Wind kam auf, wurde stärker und riss an seinen Kleidern. Kein natürlicher Wind als Vorbote eines Sturms. Nein – dieser Wind war allein gegen ihn gerichtet und für diesen Zweck herbeigezaubert worden.
Sie hatten ihn entdeckt.
Über ihm brauten sich Sturmwolken zusammen, Blitze schossen links und rechts neben ihm zu Boden. Sie spielten mit ihm. Er fluchte, als er das Hundegebell hörte, das sich rasch zu nähern schien. Sie hetzten ihm zusätzlich Jagdhunde auf den Hals? Vermutlich hatten sich die Zauberer einen Verbündeten unter den Menschen der Region gesucht.
Flink sprang er in den Bach, ohne darauf zu achten, dass ihn das Wasser bis über die Knie durchnässte. Er wagte es nicht, zu laufen, um nicht auf den glitschigen Steinen auszugleiten. Die Hunde konnte er dadurch abhängen, nicht jedoch die Zauberer.
Der Späher verließ den Bach am gegenüberliegenden Ufer und eilte mit geschmeidig wirkenden Schritten durch den Wald. Scheinbar unbeeindruckt durch das immer stärker tobende Unwetter. Endlich hatte er den Felsüberhang erreicht, unter dem er sich verbarg. Aufzuatmen wagte er nicht, ein Triumph erschien ihm verfrüht. Seine Muskeln zitterten, was nicht von der Kälte kam.
Er rieb sich über die Bartstoppeln und dachte nach. Ein, maximal zwei Tage würde er brauchen, um Cassian einzuholen. Eine lange Zeit, wenn man verfolgt wurde. Er war zu erfahren und möglicherweise zu zynisch, um darauf zu hoffen, dass sie ihn aus den Augen verloren hatten. Dennoch stieg in den nächsten Minuten ein wenig Hoffnung in ihm auf, da sich auch das Gebell der Hunde in der Ferne verlor. Doch erst als sich das Gewitter weiter bachabwärts bewegte und schließlich die Sonne hinter den abziehenden Wolken hervorkam, entspannte er sich.
Zu früh! Das wusste er sofort, als sich vor ihm drei große Schatten aufbauten und ihm den Blick auf die Sonne verwehrten.
»Habe ich eine Wahl?«, fragte er mit ruhiger Stimme.
Der mittlere unter seinen Verfolgern trat einen Schritt auf ihn zu. Listig glitzernde Augen musterten den drahtigen Mann, dessen harte Züge keine Angst verrieten. Dann zischte die Stimme mit einem solch bösen Unterton, dass es dem Gestellten kalt den Rücken hinunterlief.
»Ein letztes Mal! Also mach dich auf den Weg!«
Einen Tag später fand an einem ganz anderen Ort ein Treffen statt, dessen Teilnehmer ebenso wenig Sympathie für Cassian empfanden wie die Verfolger des Spähers. Das Netz, das seine Gegner um Cassian webten, zog sich immer enger zusammen.
Der zornige Blick des Dunkelelfen Leshan verhieß nichts Gutes. Hämische Zurechtweisung wie diese war er nicht gewohnt.
»Kein weiteres Eingreifen unsererseits ist nötig, Leshan. Mit den unüberlegten Taten Eures Vorgängers Arlathas habt Ihr dem Zauberer ohnehin Gefährten vermittelt, die ansonsten neutral geblieben wären«, rügte ihn Rican mit einem provokanten Grinsen.
Fast schien es dem hochgewachsenen Arlathas in dem abgerissen wirkenden dunklen Gewand, als warte der deutlich kleinere Rican darauf, dass er die Nerven verlöre.
Doch Leshan wusste nur zu gut, dass die lausbubenähnliche Erscheinung täuschte. Rican trug ein bunt gemustertes Hemd und war dennoch der Sternenwächter des Skorpions und damit eines der giftigsten Wesen im All und auf der Erde. Leshan musste an dessen Seite bleiben.
Wenn auch der Dunkelelfe durch seine Grausamkeit und den Tod seines Vorgängers zu einiger Macht im Tal des Savage gekommen war, verhieß das Scheitern des Zauberers eine weitaus höhere Belohnung. Leshan verfluchte seine übereilte Forderung, die zu dieser Rüge geführt hatte.
»In Ordnung«, brummte er widerwillig und registrierte sehr wohl das höhnische Aufblitzen in den blaugrünen Augen seines Gegenübers.
Ein anderer schloss sich dagegen der Meinung Leshans an:
»Das mag sein, Skorpion, dennoch müssen wir uns bereithalten, für den Fall, dass der Zauberer es schafft, seine Auserwählten zu finden und zur Nerissa zu bringen. Sobald sie an Bord des Schiffes sind, stehen sie unter dem Schutz der Versammlung.«
Der Einwurf von Amulius, dem ehemaligen Zaubererkollegen Cassians, ließ alle aufmerksam werden. Der dünne Mann mit dem seltsam runden Kopf, auf dem eine rote Kappe thronte, fuhr in arrogantem Tonfall fort:
»Cassian hat zu viele an seiner Seite, die Macht besitzen. Wir müssen uns einen Plan überlegen. Ihr Sternenwächter müsst auf Gaia einwirken, damit die Göttin die Prüfungen so schwer gestaltet, dass ein Scheitern wahrscheinlich wird.«
Amulius wurde entgegen seiner hochtrabenden Art kleiner in seinem Stuhl, und sein Blick flackerte ängstlich, als sich der breitgebaute Mann neben ihm aufrichtete. Wenn der Sternenwächter des Wassermanns wütend wurde, dann war es von Vorteil, ihm nicht in die Quere zu kommen.
Lange Flechten, in denen sich mittlerweile getrocknetes Seegras verfangen hatte, umrahmten ein Gesicht, das trotz seiner brutalen Züge schön wirkte. Muskulöse Arme klatschten auf den Tisch in dem großen Raum, in dem sich diejenigen versammelt hatten, die für die Vernichtung der Menschheit plädierten.
Die Gruppe der sieben Wesen von ganz unterschiedlicher Herkunft hatte einen seltsamen Ort für ihr Treffen gewählt: eine verfallene Burg in einem Tal des Brentao-Gebirges. Nicht weit von hier würden die Prüfungen der drei Auserwählten stattfinden. Und, wenn es nach den Anwesenden ging, die Befreiung der Erde von undankbaren, zerstörerisch wirkenden Menschen eingeleitet werden.
Sie hatten an einer langen Tafel Platz genommen, die für das Mahl einer viel größeren Anzahl von Bewohnern gedient hatte, und wirkten daher beinahe verloren. Stabile Hochlehner, der ein oder andere von Holzwürmern befallen, ließ manch einen der gerade darin Sitzenden wichtiger aussehen, als er war.
Zum Beispiel den dürren Amulius, der nach dem Tod von Hekatus die zeitweilige Führung des Zaubererordens der Stellarden übernommen hatte. Immerhin war es ihm gelungen, einen Vernebelungszauber über den Ort zu legen, der die Burg vor den Blicken von Menschen und Sternenwächtern verbarg. Allein die Götter vermochten das Geschehen zu verfolgen. Noch ignorierten sie jedoch, was vor sich ging, und mischten sich nicht ein. Die Ausnahme bildete Thanatos, der Gott des Todes, der auf der Seite der Verschwörer stand.
Alle fuhren zusammen, als die Stimme des Wassermanns durch die Halle dröhnte.
»Die Auserwählten wurden bereits gefunden. Ihr wisst, ich bin nicht zimperlich, was den Tod von Menschen angeht, aber den Tod einer Unschuldigen wie der Mutter eines Auserwählten herbeizuführen, um Cassian aufzuhalten, ist verdammenswert. Das kommt nicht mehr in Frage, und solltet Ihr weiter so verfahren, bin ich nicht mehr Euer Verbündeter.«
Ungläubige Blicke wandten sich ihm zu.
Die arrogante Stimme Amulius’ durchdrang die Stille:
»Geht es Euch wirklich um die alte Frau, Wassermann? Oder vielmehr um die hübsche Nixe, von der ich hörte, dass sie Euch einst abwies? Immerhin hat sie Cassian ihre Gunst und ihren glitzernden Körper geschenkt.«
Thoosos, dessen mächtiger Körper seinen Sessel problemlos ausgefüllt hatte, erhob sich und hatte Amulius so schnell gepackt, dass dieser keine Möglichkeit zur Flucht ergreifen konnte. Seine sehnige Hand mit langen dunkelgrünen Fingernägeln hatte sich um den Hals des Zauberers gelegt und drückte unbarmherzig zu.
Amulius begann zu röcheln, und um die beiden wurden Stimmen laut, die dem Wassermann von seinem Tun abrieten.
Eine übertönte die anderen, der Gott des Todes donnerte:
»Lasst ihn los, Thoosos! Wir brauchen ihn noch.«
Der Wassermann musterte die Erscheinung Thanatos’, um den sich schwarze Schwaden der ewigen Verdammnis zu wiegen schienen. Mürrisch antwortete er:
»Dem Mord, den die Eidechse begangen hat, und der Hinterlist des getöteten Hekatus verdanken wir es, dass sich aus der Fraktion der Mitte mindestens vier Angehörige auf die Seite der Weichlinge geschlagen haben. Meiner Ansicht nach sollten wir Amulius aus dem Spiel nehmen. Er hat keinen Respekt vor Wesen des Wassers und ist nicht nur für den Tod der Nixe verantwortlich, sondern für viele weitere, als er die See vergiftete.«
Sein Griff lockerte sich trotzdem widerwillig, und der Zauberer sank zu Boden.
Thanatos war noch nicht beruhigt.
Misstrauisch zeigte er mit ausgestrecktem, knöchernem Finger auf den Wassermann: »Seid Ihr sicher, dass Ihr in unserer Runde richtig seid, Thoosos? Ihr gehört ebenfalls der Mitte an. Dennoch habt Ihr den Fischer Ruiz getötet und den Zauberern gestattet, die See zu vergiften. Ihr seid selbst schuld am Tod der Nixe.«
Die Anwesenden erschraken, als sich die Flechten des Wassermanns zu bewegen begannen. Scharfzähnige Moränen wanden sich zwischen den Haaren hervor. Die Augen des imposanten Wesens verhießen Sturm, und nun trat sogar Thanatos einen Schritt zurück.
Wie ein gewaltiger Wind toste die zornige Stimme durch den Raum:
»Die Nixe war zur falschen Zeit am falschen Ort, das war mein Fehler. Aber Hinterlist ist nicht die Waffe eines aufrechten Mannes, Sternenwächters oder Zauberers. Niemals gab ich Amulius die Erlaubnis zu grausamen Machenschaften. Vom Gott des Todes oder einem Dunkelelfen erwarte ich keine lebensbefürwortende Ansicht. Ihr jedoch, Amulius, seid Zauberer: Eure Maxime ist die Bewahrung des Guten. Und Rican und ich sind Vertreter der Sternensysteme, die uns hierher sandten und Euer Tun gewiss nicht gutheißen. Werdet Euch Eurer Aufgaben bewusst! Hydra hat es bereits erkannt und sich von Euch zurückgezogen. Solltet Ihr nicht einlenken, werde ich dies ebenfalls erwägen und jemanden finden, der Euch ehrenhaftes Handeln beibringt.«
Thoosos brachte seinen Kopf näher an Amulius heran, der vor den Muränen zurückzuckte.
Als Amulius die in sein Ohr gebrummten Sätze des Wassermanns vernahm, wurde er blass: »Ich gab Cassian mein Wort, dass Ihr zur Rechenschaft gezogen werdet. Lasst mich nicht bereuen, dass ich es noch nicht tat!«
Nun stieß er den Zauberer hart zu Boden und erhob sich.
Die Zurückbleibenden beobachteten fassungslos, wie der Wassermann auf für diesen Zweck passenden starken Beinen den Saal durchschritt. Ein kurzes Aufblitzen in der Nacht zeigte, dass er Amulius’ Schutzzauber problemlos durchbrochen hatte.
Das Lachen des Skorpions zerschnitt die Stille.
»Er gehört zur Fraktion der Mitte, weil er ein Gewissen hat, dem er folgt. Ganz im Gegensatz zu Lacerta, Amulius oder Leshan, nicht wahr?«
Thanatos winkte gelangweilt ab.
»Viel wichtiger ist: Was meinte er damit, dass die Auserwählten bereits gefunden wären? Lacerta erzählte nur von dem Jüngling aus Lyhmbia. Wer unterstützt Cassian außer einem schwachen Heranwachsenden denn noch?«
Der eher zierliche Rican lümmelte sich geradezu in seinen Stuhl, ein Bein baumelte über der Armlehne, und er antwortete leichthin: »Ein Krieger und eine hübsche Frau, denn so eine ist immer in Cassians Nähe zu finden.«
Das Gesicht von Amulius verfinsterte sich. Weder sein vormaliger Anführer Hekatus noch er selbst oder seine beiden durchaus attraktiven Zaubererkollegen, die vor den Mauern der Burg Wache hielten, konnten sich einer Beziehung rühmen. Waren sie nicht weitaus fähiger als der zaubernde Flusshändler? Was hatte Cassian, was sie nicht besaßen?
Dass es sich dabei um die Ausstrahlung von Wärme und Verständnis handeln könnte, wäre ihnen nie in den Sinn gekommen.
»Wie gehen wir jetzt vor?«, fragte Leshan grimmig, der nach Thoosos’ Fortgang wieder Oberwasser bekam.
Erstaunlicherweise schwieg der Gott des Todes und überließ dem Skorpion die Antwort.
»Wir warten ab. Hydra und Taurus gaben mir ihre Stimmen und eine entsprechende Order. Der Zauberer befindet sich auf dem Weg zur Nerissa. Auf dem Schiff erhält er Anweisungen, wie er seine Auserwählten auf die Prüfungen vorbereiten kann. Möglicherweise kommt ihm das ein oder andere dazwischen, was sein Vorwärtskommen verzögert.«
Sein Grinsen beruhigte die Anwesenden.
»Ihr habt ihre Reise im Blick?«, hakte Thanatos nach.
Der Skorpion nickte und war wieder ganz der Lausebengel Rican, als er sich ebenfalls auf den Weg hinaus machte.
»Verlasst Euch auf mich, aber rührt die Auserwählten nicht an. Das würden uns die Götter nicht durchgehen lassen.«

Weitere Informationen und Leseproben auf facebook.com/ainoahjace

 

Rezensionen

»Der Autorin gelingt es erneut auf wundervolle Art und Weise die LeserInnen mit auf eine besondere Reise zu nehmen und Themen wie Freundschaft, Liebe, Abenteuer, Verrat und Menschlichkeit gelungen miteinander zu verbinden, so dass mensch gar nicht aufhören möchte zu lesen, bis die letzten Zeilen verklungen sind.«

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Format: Kindle Edition
Dateigröße: 553 KB
ASIN: B081278PG7

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Taschenbuch: 292 Seiten
Verlag: EyeDoo Publishing
Verlagsnummer: 946201
ISBN: 978-3964436443

Letzte Änderung am Montag, 11 Januar 2021 19:22