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Spannende und romantische All Age Fantasy!

Ein schüchternes Mädchen zwischen einem Rebellen und ihrem Verlobten, vom Eiskönig gejagt, weil nur sie die lebenswichtigen Schlüssel finden kann.

Beschreibung

Rebellen, Die Traumwandlerin Saga - Band IVier Länder, die einander fürchten, leben unter der grausamen Herrschaft des Eiskönigs Shahatego und seiner Eiswölfe. Nur die Rebellen der „Schwarzen Reiter" – verrufen als Mörder und Diebe – stellen sich der Herausforderung zum Kampf um ein Leben in Freiheit.
Ausgerechnet diesem unheimlichen Trupp fällt die junge, verängstigte Nell in die Hände, als sie vor ihrem missmutigen, untreuen und undurchsichtigen Verlobten Shane aus der Sandstadt Maroc flieht.
Nell neigt zu Alpträumen, in welchen sie auf der Suche nach etwas Ungewissem schlafzuwandeln beginnt. Durch ihr „Traumwandeln" bringt sie die Rebellen jedoch in tödliche Gefahr.
Kann sie sich Wolf, dem zurückhaltenden Anführer der Rebellen, anvertrauen? In seiner Gegenwart beschleunigt sich ihr Herzschlag, aber auch bei einem Treffen mit ihrem Verlobten Shane knistert es zwischen den beiden, die sich eigentlich nicht einmal leiden können.

Inhaltsverzeichnis

Vorwort
Kapitel 1: Maroc
Kapitel 2: Weiße Raben
Kapitel 3: Die Schwarzen Reiter
Kapitel 4: In den Minen
Kapitel 5: Über die Grenzen
Kapitel 6: Der Eiskönig
Kapitel 7: Maroc
Kapitel 8: In Sicherheit
Hauptpersonen
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Informationen und Kontakt

Leseprobe

Er ritt wie der Teufel aus dem Wald. Seine schwarze Kleidung flatterte im Wind und sein erschöpftes Pferd keuchte angestrengt.
Als er über die weite Ebene auf die Stadt zujagte, wagte er einen kurzen Blick zurück.
Die Eiswölfe des Eiskönigs waren am Waldrand zurückgeblieben. Ihre roten Augen konnte er jedoch immer noch leuchten sehen. Er wusste nicht, warum sie ihn nicht weiter verfolgten, nahm jedoch an, dass der Eiskönig ihnen Grenzen gesetzt hatte.
Er drosselte sein hohes Tempo, um sein Tier zu schonen.
Als er kurz danach vor dem dunklen Tor von Maroc verhielt, musste er nicht lange warten.
Das riesige zweiflügelige Tor aus starkem bronzefarbigem Metall öffnete sich mit leisem Quietschen.
Er ritt in verhaltenem Schritt unter dem Bogen hindurch, blickte zur Seite und grüßte den Wächter, der dort im flackernden Fackelschein stand.
Kein Wort wurde gewechselt, dies war seltsam!
Hatte der Mann doch soeben den Anführer der Schwarzen Reiter in die Stadt gelassen. Den Anführer der Rebellen, von denen manche sagten, es seien genauso Mörder und Diebe wie die Kustoden, die Leute des Eiskönigs.
Der Schwarze Reiter verschwand im Labyrinth der Gassen der großen Stadt, der Sand auf dem Kopfsteinpflaster dämpfte das Hufgeräusch.
Maroc, die Stadt aus Sandstein, schlief tief, es war bereits weit nach Mitternacht.
Fackeln erhellten die dunklen, engen Gassen nur dürftig und hinter einigen wenigen Fenstern konnte man den Schein von Kerzen erahnen, denn hier zog jedermann zur Sicherheit seine Vorhänge abends zu.
Der Eiskönig erfuhr alles!
Keiner wusste wie, aber es war so gut wie sicher, dass er außer den Kustoden noch weitere Spione haben musste.
Der Rebell ritt an einem prunkvollen Anwesen vorbei und sah gedankenvoll zu den Fenstern hinauf. Auch hier war alles dunkel.
Jedoch hörte er ein leises Geräusch, mit welchem er nicht gerechnet hatte.
Er gab seinem großen, dunkelbraunen Hengst den Befehl anzuhalten. Dieser gehorchte, schnaubte aber unwillig: So nah waren der heimische Stall und das wohlverdiente Futter.
Da hörte er es wieder:
Das leise Weinen eines Mädchens klang durch die Nacht. Seine Stirn unter dem schwarzen Tuch, welches sein Gesicht verbarg, runzelte sich unwillig.
Er wusste, er würde ihr vermutlich nicht helfen können.
Langsam trieb er sein Pferd an und ritt nachdenklich nach Hause.
Nell erwachte und hörte als Erstes das fröhliche Zwitschern der Finken im Geäst des Bougainvillea-Baumes vor ihrem Fenster.
Sie fühlte sich, als sei eine Kutsche über sie hinweggerollt. Ihre Augen schmerzten, als sie sich zwang, diese zu öffnen.
Nell schlug die leichten Decken mit dem bestickten Blumenmuster zur Seite, drehte sich um und stand vorsichtig auf. Ihr Rücken brannte wie Feuer und sie wusste genau warum.
Ihre Stiefmutter Valeska hatte gestern Abend ihren Zorn mit der Peitsche an ihr ausgelassen, als Nell, wie so oft in den letzten Monaten, gebeten hatte, ihre Verlobung mit Shane Donovan lösen zu dürfen.
Ein gewöhnliches Streitgespräch hatte in einem furchtbaren Erlebnis für Nell geendet.
„Du bist verrückt, Kind! Ein verwöhnter Balg, wie ich es zu deinem Vater immer schon gesagt habe. Die Donovans sind neben uns die reichste und einflussreichste Familie der Stadt. So eine Verlobung löst man nicht!“
„Shane Donovan ist arrogant und immer schlecht gelaunt.
Ich will keinen Miesepeter heiraten! Ich habe hier schon nichts zu lachen. Wenn ich ihn heirate, lache ich vermutlich nie wieder!“
Valeska hatte sie mit ihren eisblauen Augen angesehen, bis ihr innerlich ganz kalt geworden war.
Nell wusste, das hätte sie nicht sagen dürfen.
Sie war noch nie zuvor so vorlaut gewesen, dafür fürchtete sie die eiskalte Schönheit, die ihr Vater bereits kurz nach dem Tod der geliebten Mutter geheiratet hatte, viel zu sehr.
Valeska war hochgewachsen, hatte weißblondes glattes Haar und Nell fühlte sich neben ihr wie die sprichwörtliche graue Maus.
Dabei war Nell auf ihre Art ein hübsches Mädchen.
Groß gelockte dunkle Haare fielen ihr bis auf den Rücken, das herzförmige Gesicht lebte von den riesigen braunen Augen mit den langen dunklen Wimpern. Ihre Züge waren zart, die Augenbrauen schmal, nur der Mund war großzügig geschnitten. Alles in allem wirkte sie unauffällig und sehr zierlich neben der blonden Amazone, die nun wortlos das Zimmer verlassen hatte.
Valeska kehrte jedoch nach wenigen Minuten zurück.
Sie wurde von Mical, dem Hausdiener, begleitet.
Der gutaussehende Maroconer war nicht nur auf eine finstere Art attraktiv und sehr muskulös, sondern darüber hinaus absolut skrupellos.
Nell hatte stets den Eindruck, als wäre er vor allem der persönliche Diener von Valeska in jeder Beziehung.
Sie riss die Augen auf, als sie sah, was er in der kräftigen Hand trug: Eine zusammengerollte Peitsche, schwarze und braune Lederschnüre an einem kurzen Stock.
Nell blickte ungläubig ihre Stiefmutter an. Diese sah sie mit ausdrucksloser Miene an und streckte die Hand mit den langen, gepflegten Nägeln aus.
Mical übergab ihr die Peitsche.
Die Lederschnüre entrollten sich und Nell flüsterte:
„Das kann nicht dein Ernst sein, Valeska. Wenn Vater das erfährt.“
„Ich sage es ihm sogar höchstpersönlich. Und er wird mir, wie immer, beistimmen, dass ich mir Frechheiten von dir nicht bieten lassen muss. Halte sie fest, Mical!“, sagte Valeska ungerührt.
Der Diener hatte Nell so schnell gepackt, dass sie sich noch nicht einmal bewegt hatte. Er hielt ihre Oberarme fest und Valeska öffnete die Knöpfe auf der Rückseite des Kleides. Als sie die Stoffhälften zur Seite zog, begann Nell zu schreien.
„Nein, das kannst du nicht machen, Valeska. Hilfe! Helft mir bitte! Neiiin!“
Ihr Schrei ging in ein scharfes Einatmen über, als sie den Schmerz spürte. Die Tränen flossen in Strömen, was sie beschämte, aber sie konnte sie nicht zurückhalten. Es fühlte sich an, als hätte ihre Stiefmutter ein Messer angesetzt.
Noch zweimal klatschten die Lederschnüre auf ihre gerissene Haut, dann verließen Valeska und Mical ihr Zimmer.
Nell war auf den Boden gesunken und weinte sich die Seele aus dem Leib.
Da spürte sie eine Hand auf ihrem Kopf und die sanfte Stimme ihrer Zofe Ally flüsterte:
„O Nell, du Ärmste. Komm zum Bett, ich habe eine Salbe für deinen Rücken dabei.“
Nell rappelte sich mühsam auf und schleppte sich zum Bett. Vorsichtig ließ sie sich daraufgleiten und bemühte sich einen erneuten Aufschrei zu unterdrücken, als Ally die Wunde mit der kühlenden Salbe bestrich.
Ally legte feuchte, kühlende Tücher darüber, und das vom Weinen völlig erschöpfte Mädchen schlief bald darauf ein.

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Leseprobe "Rebellen"

  • Mehr als 25% der Taschenbuchversion
  • 92 Seiten
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Rezensionen

Ein sehr schön geschriebenes Buch. Ich konnte es nicht aus der Hand legen. Bin gespannt wie die Geschichte weiter geht. Freue mich auf mehr!!!!!

Mir gefallen besonders die unterschiedlichen erfundenen Fantasie-Figuren mit originellem Namen, die sich den Hauptcharakteren immer wieder in den Weg stellen, sehr schön. Das zieht sich bis zum letzten Teil durch. Auch die Darstellung der vier verschiedenen Länder ist sehr fantasievoll beschrieben.
Die Entwicklung der Beziehung zwischen Nell und Shane ist vorhersehbar, genauso auch die Verwicklungen der Schwarzen Reiter (detaillierter kann ich das nicht schreiben, sonst verrät es zu viel).

Eine wundervolle Geschichte über das spannende Leben der introvertierten Nell. Sie ist eine unglaublich sympathische Protagonistin, ebenso wie die anderen Charaktere, die man einfach automatisch ins Herz schließen muss.
Vor allem Shane wächst einem recht schnell ans Herz und man stellt sich auf eine packende Liebesgeschichte ein, doch nicht mit der zuckersüßen Nell, die ihr Herz nicht leichtfertig verschenken will!

Fantasyroman. Angenehme Akteure, manch spannende Passage eingebunden in einem sehr schönen Schreibstil. An manchen Stellen hätte ich mir mehr Spannung und ein nicht so ganz verängstiges Häschen als Hauptakteurin gewünscht, aber vielleicht steigert sich das ja noch im nächsten Teil.

Auch diese Saga gefällt mir ausgezeichnet. Die Bücher sind spannend von vorne bis hinten und man möchte nicht aufhören zu lesen, darum gebe ich auch 5 Sterne. :)

Ich liebe dieses Buch, war von der ersten Seite an gefesselt und wollte gar nicht aufhören zu lesen. Die Autorin macht die Figuren greifbar und schafft es damit, dass man sich in jeden einzelnen Charakter hineinversetzen kann. Einige Male habe ich den Kampf gegen Tränen verloren ;-) Freue mich auf jeden Fall auf den zweiten Teil, den die Autorin auf Facebook schon angekündigt hat :)

Mein erstes Buch von Ainoah Jace und mich hat es wirklich umgehauen. Mit der Leseprobe fing es an und auf Facebook bin ich dann gelandet. Ganz großes Lob an die Autorin, es war eine super gute Idee mit dem tollen Lesezeichen zum runter laden und selbst basteln und das sagt eine ältere Generation :-))) sowas sollte es öfter geben.
Die Leseprobe hat mich sofort gefesselt - war aber enttäuscht das es drei Bände sind da für mich es logisch war das Band zwei vermutlich 2015 erst erscheinen wird. "Da habe ich alte Leseratte vielleicht gar kein Interesse mehr an Band zwei" Dank Facebook, ich muss es immer mehr loben - habe ich dann erfahren das der zweite Band schon nächste Woche raus kommt und der dritte lässt auch nicht lange auf sich warten also habe ich es schnell runtergeladen. Juppiiii
Heute habe ich es dann trotz meiner schweren Augenlidern, geschafft es fertig zu lesen und ich bin begeistert und weiß noch nicht wie ich die Tage überstehen soll. Nun ein paar Worte zum Buch - bin nicht gerade der wortgewandte Schreiber aber ich versuche es mal :-))
Ainoah Jace, hat einen sagenhaften leichten, fesselnden Schreibstil. Tolle Geschichte ich hatte volles Kopfkino. Toll fand ich das Nell nicht gleich in Shane verknallt ist und eine Tolle Idee das es noch Wolf gibt :-)))
Sowas von genial - ich sage nur Eric... Normalerweise liebe ich mein Wochenende aber heute hätte ich schon gerne nächste Woche.
Eine ganz tolle Autorin die ab sofort zu meinen Lieblings Autoren gehört und ein großes Lob für die fesselnde Geschichte und das tolle Kopfkino das ich dabei hatte.
Ich kann es nur empfehlen zu lesen es hat alles drin was ein gutes Buch haben soll...

Der Inhalt hat das gehalten, was das Cover verspricht. Shane (der Rebellenanführer) und Nell (die Traumwandlerin) raufen sich auf unterhaltsame und liebenswerte Weise in actionreichen Abenteuern zu einem Dreamteam zusammen. Sie machen sich auf den Weg, die Menschen der vier Länder vom grausamen Herrscher zu erlösen. Immer wieder werden fantastische Welten und Gestalten kreiert und dazwischen amüsiert man sich über das Liebesgeplänkel zwischen Shane und Nell.
Spannende und unterhaltsame Lektüre. Freue mich, Teil 2 hoffentlich bald lesen zu können.

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Format: Kindle Edition
Dateigröße: 510 KB
ASIN: B00LPHCCC6

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Taschenbuch: 288 Seiten
Verlag: EyeDoo Publishing
Verlagsnummer: 946201
ISBN: 978-3-946201-03-8

 

Spannende und romantische All Age Fantasy!

Vollmond im Dschungel - Nell und die Rebellen treffen auf gefährliche Kreaturen. Kann Shane das Mädchen vor ihrem Traumwandeln in höchster Gefahr beschützen?

Beschreibung

Jäger, Die Traumwandlerin Saga - Band IIDie Maroconerin Nell weiß nun, dass sie die Letzte in einer Reihe von Traumwandlerinnen ist – stets auf der Suche nach den vier Schlüsseln, welche den Übergang über die Brücke zum Schloss des Eiskönigs Shahatego ermöglichen.
Mit der Hilfe von Tiger, einem traumatisierten Jungen aus den unmenschlich geführten Edelsteinminen Marocs, bringt sie den Schlüssel der Waldstadt Boscano in ihren Besitz und gerät in dem unterirdischen Tunnelsystem der Wiesenstadt Lilas in Lebensgefahr.
Als Shahatego Nells Verlobten Shane, die Schwarzen Reiter und ihre neuen Verbündeten von seinen Kustoden gefangennehmen lässt, arbeiten Nell und Tiger verzweifelt an einem Rettungsplan, aber Nells Glaube an Shanes Treue gerät erneut ins Wanken.
War die Trennung von seiner Geliebten nur vorgespielt, um durch Nells Fähigkeiten an die Schlüssel zu kommen?
Was hat der Vollmond mit Nells Traumwandeln und dem Auftauchen der Eishexen zu tun?


Inhaltsverzeichnis

Vorwort
Kapitel 1: Der lange Winter in Lilas
Kapitel 2: Schmerzlicher Verrat
Kapitel 3: Engel aus Stein
Kapitel 4: Undurchdringlicher Dschungel
Kapitel 5: Vollmondnacht
Kapitel 6: Rückkehr nach Maroc
Kapitel 7: Freiheit und Gefangenschaft
Kapitel 8: König am Zug
Hauptpersonen
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Leseprobe


Shane Donovan schloss eilig das Tor der großen Remise. Es war eisig kalt und seine Hände und Füße waren von der stundenlangen Fahrt auf dem Kutschbock eingefroren.
Seinem Vater Jared ging es wohl nicht besser, denn er humpelte ächzend zur Tür, die ins Haus führte.
Die einzige Fahrt in diesem Monat zu den Minen, um den armen Menschen dort Lebensmittel zu bringen, war getan. Dies bedeutete für die Minenleute noch weitere Einschränkungen und sie bekamen grundsätzlich nur das Nötigste zu essen.
Aber Shane wusste, in den nächsten Wochen würde der Winter in den vier Ländern erbarmungslos zuschlagen.
Morgen würde der Kustode des Eiskönigs mit seinen Sitai die Edelsteinlieferungen abholen, danach wäre auch hier eine Zeitlang Ruhe.
Shane empfand dies nicht als Erleichterung, denn er hatte dann viel zu viel Zeit an Nell zu denken: seine Verlobte, die im fernen Lilas saß, weil sie hier in Maroc vom Eiskönig gesucht wurde.
Er hätte es nicht geglaubt, aber er vermisste sie. Sie waren schon lange verlobt und er hatte sich geweigert, die Verlobung ernst zu nehmen, da er sie stets als ängstliches kleines Mädchen gesehen hatte, das sich hauptsächlich mit Sticken beschäftigt.
Aber seit sie mit ihm und den Schwarzen Reitern unterwegs gewesen war, hatte er ihren instinktiven Mut und ihre Gutherzigkeit schätzen gelernt und musste zugeben, sie falsch beurteilt zu haben.
Auch die Stickerei hatte sich als nicht so harmloses Freizeitvergnügen herausgestellt, denn Nell hatte ihre Träume und damit auch wahre Orte, an denen bisher noch nie jemand aus Maroc gewesen war, auf einem Wandteppich verewigt.
Hätte er, Shane, sich früher mit Nell beschäftigt, wäre ihm die Kontaktaufnahme zu den Nachbarländern leichter gefallen, denn er hätte gewusst, was auf ihn zukommt.
Ja, Nell war immer noch ein Rätsel für ihn: Was ihre Fertigkeiten und ihren Charakter anging ebenso wie ihre Gefühle.
Am letzten Tag in Lilas waren sie sich näher gekommen und Shane dachte wehmütig an den Kuss und die Zärtlichkeiten zurück, welche sie ausgetauscht hatten.
Dies war das erste Mal gewesen, dass er Zuneigung gespürt hatte und er hoffte, dass sie sich nach dem halben Jahr Winter daran erinnern würde, wenn er sie in Lilas abholen käme.
Er schreckte aus seinen sehnsüchtigen Gedanken auf, denn er hatte ein Geräusch vernommen. Leise Schritte konnten es gewesen sein oder eher ein Rascheln?
Geräuschlos schlich er aus der Remise und turnte bis unter den Balkon vor dem Zimmer, in welchem Nell noch vor Kurzem geschlafen hatte, hinauf.
Verborgen hinter den vereisten Ästen des Blauregens starrte er mit zusammengekniffenen, vor Kälte tränenden Augen auf die Straße hinab.
Und gerade, als er wieder hinabspringen wollte, sah er sie:
Riesige Eiswölfe, drei an der Zahl, waren dort unten und schnüffelten nach Spuren.
Es hatte noch nie Eiswölfe in der Stadt gegeben, sie waren bisher nur wenige Meter aus dem Wald herausgekommen.
Wer hatte sie hereingelassen und warum nun auf einmal?
Da sah er den Kustoden, der ihnen langsam zu Fuß folgte.
Also war es der Befehl des Eiskönigs gewesen, der diese Monster in die Stadt gebracht hatte!
Nun wäre es schwer für die Schwarzen Reiter, sich aus der Stadt zu schleichen.
Shane wurde es noch kälter, als ihm klar wurde, warum sie hier schnüffelten.
Sie waren hier, um eine Spur von Nell zu entdecken.
Der Eiskönig hatte die Gefahr, die durch die Traumwandlerin für ihn entstehen könnte, erkannt.
Hoffentlich wollte niemand in der Stadt gerade einen Abendspaziergang in der Kälte machen!
Er kletterte lautlos hinab und eilte zu seiner Familie, um ihnen die Neuigkeiten zu erzählen und sie zu warnen.
Am nächsten Tag summte es in den Gassen der kalten Sandstadt vor Gerüchten, die tuschelnd verbreitet wurden, denn einer war wohl am Abend doch unterwegs gewesen.
Angst und Grauen machten sich breit in Maroc.
Der grausam zugerichtete, leblose Körper von Warrick Haynes war am Marktplatz gefunden worden.
Und erst Shane konnte erklären, wie es dazu gekommen war, denn außer ihm hatte niemand die Eiswölfe wahrgenommen.
Für Shane war Warricks Tod ein harter Schlag, denn dieser hatte noch einen zweiten Namen besessen: Shark! Und er war einer von Shanes Schwarzen Reitern und ein verdammt guter Kämpfer gewesen.

Währenddessen in Lilas:

Eric beobachtete Nell lächelnd, während sie konzentriert mit Tiger ein Buch über Pflanzen las. Der 17-jährige Junge bemühte sich redlich, aber es fiel ihm schwer.
Tiger stammte aus den Edelsteinminen von Maroc und dort waren Mensch und Tier nichts wert. Sie vegetierten im Dunkel dahin, ohne jemals in ihrem Leben die Sonne gesehen zu haben.
Tiger wollte vergangenes Jahr sein Grubenpony vor einem der Sitai, den mächtigen und gefühllosen Wachleuten des Eiskönigs, beschützen. Dabei wäre er von dem Mann beinahe getötet worden, hätte ihn nicht Shane im letzten Augenblick gerettet und mitgenommen.
Seitdem war Tiger ein Mitglied der Schwarzen Reiter, der Rebellengruppe aus Maroc, die das Land vom Eiskönig und seinen Dienern befreien wollten.
Kämpfen konnte er schon recht gut, aber im Lesen und Schreiben war er ein blutiger Anfänger.
Tiger hasste diese Tätigkeiten, freute sich dagegen schon sehr auf die Wettkämpfe, die in Lilas während des Winters zum Vertreiben der Langeweile abgehalten wurden.
Aber nun musste er sein Versprechen gegenüber Shane erfüllen, das halbe Jahr gut zu nutzen und zu lernen.
Nell machte es ihm nicht schwer.
Sie liebte Tiger wie einen Bruder und blieb stets geduldig mit ihm.
Im Winter gab es außer Koch- und Näharbeiten für die Frauen und dem Straßendienst und dem Heizen für die Männer nicht allzu viel zu tun.
So einigten sie sich darauf, dass die vier jungen Leute, Nell und Tiger sowie die Kinder ihrer Gastfamilie, Fleur und Pascal, miteinander rechnen und lesen sollten. Jeder konnte dem anderen etwas beibringen. Die vier verstanden sich ausgezeichnet und hatten neben allem Lernen viel Spaß.
Eric war der Neffe von Bram und Erienne Rousseau, der Sohn des Bruders von Bram und ein blendend aussehender junger Mann von 25 Jahren. Er war damit genauso alt wie Shane Donovan, Nells Verlobter.
Damit endete jedoch schon jede Ähnlichkeit zwischen den jungen Männern:
Shane hatte dunkle Haare, fast schwarze Augen, einen dunklen Teint und ein eher markantes Gesicht, wohingegen Eric blond war, strahlend blaue Augen und ebenmäßige Züge mit einem energischen Kinn besaß.
Nells erster Gedanke bei seinem Anblick war, dass sie niemals zuvor einen so schönen Mann gesehen hatte. Er stellte sogar David, Shanes Bruder, in den Schatten, den Nell bisher immer heimlich angeschwärmt hatte.
Was die schüchterne Nell jedoch als das größte Wunder ansah, war, dass er ihr offensichtlich den Hof machte.

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Leseprobe "Jäger"

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  • 98 Seiten
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Rezensionen

Wie auch schon beim ersten Buch, finde ich die Erscheinungen und Namen der Gegner/Kreaturen sehr gelungen. Die unterschiedlichen Länder sind toll beschrieben und es tauchen auch sehr interessante Charaktere auf. Allerdings gibt es immer wieder Passagen, besonders im letzten Drittel, die übereilt wirken. Einerseits gut, weil die Geschichte langatmig werden würde, andererseits wirkt es so, als ob der Platz ausgeht und man sich deshalb beeilen muss.
Der Teil ist spannender als der erste und ich freu mich auf den zweiten Teil!

Ich finde die Traumwandlerin-Saga alle beiden Bücher sehr unterhaltsam, wunderbar und spannend geschrieben, darum gebe ich auch 5 Sterne.
Leider ist nicht ersichtlich ob und wann ein neues Buch erscheint, denn der Schluss lässt alles offen.
Diese Rezension gilt für beide Bücher

Ich finde diese Serie spannend. Ein wenig Märchen, ein wenig Magie, ein wenig Grusel aber alles so stimmig zusammengesetzt, das es die Neugierde so reizt weiter zu lesen, obwohl es schon längst zeit zum Schlafen ist..
Prima gelungen, ich freue mich auf den dritten Teil...

Auch der 2te Teil war super. Die Autorin versteht es wirklich gut spannend und sehr plastisch zu schreiben. Man ist immer mit dabei , ob im Dschungel oder im Eis. Bin schon sehr auf den 3ten Teil gespannt und hoffe sehr das es nicht zu lang dauert.

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Format: Kindle Edition
Dateigröße: 487 KB
ASIN: B00MVBFQ0U

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284 Seiten, Taschenbuch
Verlag: EyeDoo Publishing
Verlagsnummer: 946201
ISBN: 978-3-946201-04-5

Spannende und romantische All Age Fantasy!

Grausame Eisgeister haben dafür gesorgt – Nells Leben steht  gegen den Sieg der Rebellen über den Eiskönig.

Beschreibung

Gejagte, Die Traumwandlerin Saga - Band IIIDas Auffinden des letzten Schlüssels durch die Traumwandlerin kann der Eiskönig nicht verhindern, aber seine Eisgeister bringen Nell in ihren leblosen Wald, wo ihr langsam die Lebenskraft entzogen wird.
Während Shane und ihre Freunde verzweifelt nach ihr suchen und gleichzeitig ein Heer für den Marsch zum Eissee zusammenstellen müssen, wird ein vertrauter Gefährte zu Nells tödlichstem Feind. Welche Absichten verbergen die beiden Gestaltwandler, die bisher im Dienste des Eiskönigs standen und warum lässt Shahatego alle Rubine in seinem Königreich vernichten?
Als Shane seine Verlobte endlich wiederfindet, muss er erkennen, dass sie sich unwiderruflich in ein Geschöpf des Eiskönigs verwandelt und ihr Leben an die Schlüssel gebunden ist.
Sind die Hoffnungen der Rebellen nun dahin oder ist Nell das unschuldige, aber notwendige Bauernopfer?


Inhaltsverzeichnis

Vorwort
Kapitel 1: Die Zitadelle
Kapitel 2: Vollmond
Kapitel 3: Der Ring der Kustodin
Kapitel 4: Gestaltwandler
Kapitel 5: Leid und Leidenschaft
Kapitel 6: Die Letzte der Eishexen
Kapitel 7: Die Brücke über den Eissee
Kapitel 8: Rubintod
Epilog: Feenmusik
Hauptpersonen
Weitere Bücher der Autorin
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Leseprobe

Langsam schob sich Tiger über den Dachfirst entlang bis zum Ende des Daches. Drei Stockwerke tief ging es hier hinunter, aber Tiger machte die Höhe nichts aus.
Auf seinen Reisen im letzten Jahr war er sowohl in der Waldstadt Boscano als auch bei den Kampfübungen in Lilas weitaus Höheres gewohnt, von den Transportmöglichkeiten im Dschungelreich Djamila in den Palmenwipfeln einmal ganz abgesehen.
Was ihn nun allerdings ins Schwitzen brachte, war der Grund für sein Hiersein.
Er musste versuchen, Kontakt zu Shane, dem Anführer der Schwarzen Reiter, der Rebellentruppe Marocs, aufzunehmen.
Shane saß in der Zitadelle, die sich am Ende der Straße befand, gefangen – und mit ihm ein Teil der Rebellen sowie die Anführer der benachbarten Länder, die sich der Rebellion gegen den Eiskönig angeschlossen hatten.
Noch eine weitere Querstraße galt es zu überwinden und in den Straßen patrouillierten die riesigen Eiswölfe und die grausamen Sitai, die Krieger des Eiskönigs.
Tiger war der Geschickteste im Klettern, deswegen hatte er diesen Part übernommen.
David, Shanes Bruder, war gerade dabei die weiteren Rebellen über die hoffentlich bevorstehende Befreiung der Gefangenen zu informieren. Er kannte sich in den Straßen Marocs am besten aus, deswegen war ihm diese Aufgabe zugefallen.
Nell, Shanes Verlobte, war mit den drei anderen Mädchen, Emily, Amy und Gillian, im Versteck in ihrem verbarrikadierten Haus geblieben. Allerdings nur mit gewaltigem Widerwillen, den sie auch lautstark kundgetan hatte.
Tiger grinste unwillkürlich, während er nun etwas gelassener die Straße beobachtete.
Was war aus der schweigsamen Nell geworden, die sich hauptsächlich mit Sticken beschäftigt hatte? Schüchtern und ängstlich war sie noch vor einem Jahr gewesen, stets nah an den Tränen. Dazu hatte sie allerdings auch allen Grund gehabt, mit einer Eishexe als Stiefmutter!
Shane hatte seine Verlobte äußerst widerstrebend bei sich zuhause aufgenommen. So widerwillig, dass Nell sich aus dem Staub machen wollte und dabei den Schwarzen Reitern in die Arme gelaufen war.
Dort war sie, als Junge verkleidet, zusammen mit Tiger, für die Versorgung des geheimen Lagers und der Pferde zuständig gewesen.
Viel hatten sie erlebt und auch gelernt in dieser Zeit. Schlimme Dinge, aber auch wunderbare waren ihnen widerfahren.
Das Schönste war allerdings mit Sicherheit die Liebe, die sie beide nun erleben durften.
Nell und Shane liebten sich, nach gewaltigen Zankereien auf beiden Seiten, und fieberten ihrer baldigen Hochzeit entgegen.
Tiger und Emily, Shanes Schwester, befanden sich noch im Zustand der heimlichen Verliebtheit und vorsichtigen Annäherung.
Das Bild der blonden, blauäugigen Emily stand vor seinen Augen, als er unten in der Straße eine Bewegung bemerkte.
Ja, das passte:
Etwa jede halbe Stunde kam eine Patrouille, bestehend aus zwei Eiswölfen und einem Sitai, vorbei – kein Problem für die hervorragenden Bogenschützen Tiger, David und Nell!
Als die drei um die nächste Hausecke verschwunden waren, ließ sich Tiger vorsichtig an der Dachseite herab, hing einen Augenblick baumelnd an der Kante und ließ sich dann fallen. Nur ein leiser dumpfer Schlag war zu hören, als er auf dem harten Boden der Sandstadt aufkam. Rasch presste er sich an die Wand und lauschte – nichts!
Er überquerte die Straße und huschte im Schatten der Häuser bis zur nächsten Gasse.
Dort nahm er, wie schon zuvor, geschickt den Weg über Kisten und Torfballen hinauf auf das nächste Dach.
Wieder musterte der junge Mann die Umgebung, dann schob er sich Richtung Zitadelle weiter.
Einige Minuten später war Tiger an dem schmucklosen, nüchternen Gebäude angekommen.
Unten auf der Straße vor dem Tor standen zwei Sitai Wache, ebenso im Innenhof vor der Eingangstür.
Auf der Südseite des Gebäudes befand sich ein großer Balkon, auch hier entdeckte er zwei Wachen.
Er schwang sich auf das Flachdach der Zitadelle und robbte weiter, bis er auf die vergitterten Fenster des gegenüberliegenden Traktes hinuntersehen konnte.
Hinter dem Gitter sah er endlich eine bekannte Gestalt und sein Herz schlug höher:
Es war Shane, der reglos und in Gedanken versunken über die Stadt blickte.
Tiger war sich sicher, keinen Muskel bewegt zu haben, als sich Shane leicht zu ihm umwandte und heraufsah. Dann wanderte sein Blick schnell zurück zum Balkon, um zu prüfen, ob er beobachtet würde.
Dies war wohl nicht der Fall, denn er grinste zu Tiger hinüber, der über das ganze Gesicht strahlte.
Der junge Kletterer zog nun eine dünne Schnur mit daran geknoteten Zetteln aus seiner Tasche sowie einen kleinen Bogen und den entsprechenden Pfeil. Der Pfeil besaß keine Spitze, sondern eine weiche Stoffkappe mit einem kleinen Gewicht. Am ersten der Zettel war ein länglich zugeschliffenes Stückchen Kohle befestigt.
Tiger hatte heute den halben Tag damit geübt, um einigermaßen zielsicher schießen zu können, denn dieser Pfeil verhielt sich natürlich ganz anders, wie ein gewöhnlicher mit einer Stahlspitze.
Shane zog die Augenbrauen hoch und wackelte leicht mit dem Kopf hin und her: „Das soll funktionieren?“, schien er zu fragen.
Tiger grinste erneut und hob den Bogen, dann spannte er den Pfeil ein und Shane trat sicherheitshalber zur Seite.
Dies war ein kniffliger Moment:
Träfe Tiger die Gitterstäbe oder die Mauer, könnten die Wachen das Geräusch hören und den herabfallenden Pfeil entdecken, mit der Schnur als direkten Wegweiser zum Schützen.
Tiger konzentrierte sich auf seine Atmung und sobald sie ganz ruhig war, atmete er nochmals aus und schoss sogleich danach.
Als der Pfeil in einem weiten Bogen durch die Gitterstäbe schoss, stellte Shane wieder einmal seine überragende Reaktionsfähigkeit unter Beweis: Er hatte den Pfeil gepackt, bevor dieser den Boden berührte. Kein Laut war zu hören gewesen.
Nun knotete Tiger den Bogen an das Seil neben den ersten Zettel und gab Shane mit einer kleinen Handbewegung das Zeichen zu ziehen. Tiger konnte sehen, dass sich Shane mühsam das Lachen über die Verständigungsmethode verkniff.

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Rezensionen

Wunderbar spannungserhaltend geschrieben . Es wird nie langweilig , man will diese Saga am liebsten an einem Abend lesen. Ich habe mich schon länger nicht so gefesselt gefühlt von einer Geschichte. Einfach hervorragend

Wundervolle Traumwelten: Wie schon in der Zarame-Saga schafft es die Autorin, sagenhafte Kreaturen und Welten vor dem inneren Auge zu erschaffen.
Einige Kritiker hatten geschrieben, die (Liebes-) Geschichte sei zu vorhersehbar. Ehrlich gesagt stört das nicht, zumal es ja doch auch ein paar überraschende Elemente in dieser Geschichte gibt. Und es ist wunderschön, wenn hier das Gute über das Böse siegt. Vorhersagbar? Vielleicht. Aber das macht es nicht weniger schön.

Alle drei Bände sind phantasievoll, abwechslungsreich und im perfektem Maße detailreich geschrieben. Die Geschichte überrascht immer wieder. Endlich mal die Beschreibung einer Heldinnenfigur deren Entwicklung nachvollziehbar ist und glaubwürdig wirkt.

SUPER!SUPER!SUPER!
Hab das Buch innerhalb weniger Stunden "verschlungen" ;) Seit Wochen warte ich darauf zu erfahren, ob und wie Nell und ihre Verbündeten es schaffen den Tyrannen zu stürzen. Der letzte Teil der Trilogie hat meine Erwartungen maßlos übertroffen! Mindestens jede dritte Seite hat meine Tränen gefordert oder ein Lächeln in mir geweckt :) bis zum Ende der Saga ist die Stimmung spannungsgeladen und lässt einen nicht mehr los. Danke an die Autorin für den super schönen und interessanten Ausflug in eine andere Welt, raus aus dem Trott des Alltags. :)

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Erhältlich als E-Book:

E-Bookversion
Format: Kindle Edition
Dateigröße: 474 KB
ASIN: B00OLN55KM

Erhältlich als Taschenbuch:

Taschenbuchversion

268 Seiten, Taschenbuch
Verlag: EyeDoo Publishing
Verlagsnummer: 946201
ISBN: 978-3-946201-05-2

Spannende und romantische All Age Fantasy!

Die Traumwandlerin Nell und der Rebell Shane im Kampf gegen den Eiskönig – in Eiswelten, im Dschungel und in einer Stadt in den Bäumen treffen sie auf Freund, Feind und seltsame Wesen.

Beschreibung

Sammelband, Die Traumwandlerin Saga"Rebellen" – Traumwandlerin-Saga, Teil I

Vier Länder, die einander fürchten, leben unter der grausamen Herrschaft des Eiskönigs Shahatego und seiner Eiswölfe. Nur die Rebellen der „Schwarzen Reiter“ – verrufen als Mörder und Diebe – stellen sich der Herausforderung zum Kampf um ein Leben in Freiheit.
Ausgerechnet diesem unheimlichen Trupp fällt die junge, verängstigte Nell in die Hände, als sie vor ihrem missmutigen und untreuen Verlobten Shane aus der Sandstadt Maroc flieht.
Nell neigt zu Alpträumen, in welchen sie auf der Suche nach etwas Ungewissem schlafzuwandeln beginnt. Durch ihr „Traumwandeln“ bringt sie die Rebellen jedoch in tödliche Gefahr. Kann sie sich Wolf, dem zurückhaltenden Anführer der Rebellen, anvertrauen? In seiner Gegenwart beschleunigt sich ihr Herzschlag, aber auch bei einem Treffen mit ihrem Verlobten Shane knistert es zwischen den beiden, die sich eigentlich nicht einmal leiden können.

"Jäger" – Traumwandlerin-Saga, Teil II

Die Maroconerin Nell weiß nun, dass sie die Letzte in einer Reihe von Traumwandlerinnen ist – stets auf der Suche nach den vier Schlüsseln, welche den Übergang über die Brücke zum Schloss des Eiskönigs Shahatego ermöglichen.
Mit der Hilfe von Tiger, einem traumatisierten Jungen aus den unmenschlich geführten Edelsteinminen Marocs, bringt sie den Schlüssel der Waldstadt Boscano in ihren Besitz und gerät im unterirdischen Tunnelsystem der Wiesenstadt Lilas in Lebensgefahr, bevor sie sich über den unheimlichen Gebirgspass der Steinengel zum Dschungelreich Djamila aufmachen kann. Dort allerdings scheint ihre Reise zu Ende: Die Dolchkatzen des Eiskönigs und Zafira, die Anführerin der amazonenähnlichen Djamilen, geben ihnen weder die Möglichkeit zur Flucht noch einen Hinweis auf den dritten Schlüssel. Die Zeit drängt, denn sie ahnen, dass der nahende Vollmond mit Nells Traumwandeln und dem Auftauchen der Eishexen zu tun hat.


"Gejagte" – Das Finale der Traumwandlerin-Saga, Teil III

Das Auffinden des letzten Schlüssels durch die Traumwandlerin kann der Eiskönig nicht verhindern, aber seine Eisgeister beginnen Nell in ein Geschöpf Shahatego zu verwandeln. Während Shane verzweifelt nach ihr sucht und gleichzeitig ein Heer für den Marsch zum Eissee zusammenstellen muss, wird ein vertrauter Gefährte zu Nells tödlichstem Feind. Ist Nell nun nicht mehr als ein unschuldiges, aber notwendiges Bauernopfer? Welche Absichten verbergen die beiden geheimnisvollen Gestaltwandler, die bisher im Dienste des Eiskönigs standen, und warum lässt Shahatego alle Rubine in seinem Königreich vernichten?

Inhaltsverzeichnis

Band I
Vorwort
Kapitel 1: Maroc 1
Kapitel 2: Weiße Raben 31
Kapitel 3: Die Schwarzen Reiter 53
Kapitel 4: In den Minen 87
Kapitel 5: Über die Grenzen 113
Kapitel 6: Der Eiskönig 167
Kapitel 7: Maroc 185
Kapitel 8: In Sicherheit 219
Hauptpersonen 253

Band II
Vorwort
Kapitel 1: Der lange Winter in Lilas 1
Kapitel 2: Schmerzlicher Verrat 33
Kapitel 3: Engel aus Stein 61
Kapitel 4: Undurchdringlicher Dschungel 93
Kapitel 5: Vollmondnacht 123
Kapitel 6: Rückkehr nach Maroc 165
Kapitel 7: Freiheit und Gefangenschaft 199
Kapitel 8: König am Zug 225
Hauptpersonen 257

Band III
Vorwort
Kapitel 1: Die Zitadelle 1
Kapitel 2: Vollmond 19
Kapitel 3: Der Ring der Kustodin 43
Kapitel 4: Gestaltwandler 69
Kapitel 5: Leid und Leidenschaft 107
Kapitel 6: Die Letzte der Eishexen 131
Kapitel 7: Die Brücke über den Eissee 159
Kapitel 8: Rubintod 185
Epilog: Feenmusik 225
Hauptpersonen 237
Weitere Bücher der Autorin 241
Informationen und Kontakt 242

Leseprobe

Er ritt wie der Teufel aus dem Wald. Seine schwarze Kleidung flatterte im Wind und sein erschöpftes Pferd keuchte angestrengt.
Als er über die weite Ebene auf die Stadt zujagte, wagte er einen kurzen Blick zurück.
Die Eiswölfe des Eiskönigs waren am Waldrand zurückgeblieben. Ihre roten Augen konnte er jedoch immer noch leuchten sehen. Er wusste nicht, warum sie ihn nicht weiter verfolgten, nahm jedoch an, dass der Eiskönig ihnen Grenzen gesetzt hatte.
Er drosselte sein hohes Tempo, um sein Tier zu schonen.
Als er kurz danach vor dem dunklen Tor von Maroc verhielt, musste er nicht lange warten.
Das riesige zweiflügelige Tor aus starkem bronzefarbigem Metall öffnete sich mit leisem Quietschen.
Er ritt in verhaltenem Schritt unter dem Bogen hindurch, blickte zur Seite und grüßte den Wächter, der dort im flackernden Fackelschein stand.
Kein Wort wurde gewechselt, dies war seltsam!
Hatte der Mann doch soeben den Anführer der Schwarzen Reiter in die Stadt gelassen. Den Anführer der Rebellen, von denen manche sagten, es seien genauso Mörder und Diebe wie die Kustoden, die Leute des Eiskönigs.
Der Schwarze Reiter verschwand im Labyrinth der Gassen der großen Stadt, der Sand auf dem Kopfsteinpflaster dämpfte das Hufgeräusch.
Maroc, die Stadt aus Sandstein, schlief tief, es war bereits weit nach Mitternacht.
Fackeln erhellten die dunklen, engen Gassen nur dürftig und hinter einigen wenigen Fenstern konnte man den Schein von Kerzen erahnen, denn hier zog jedermann zur Sicherheit seine Vorhänge abends zu.
Der Eiskönig erfuhr alles!
Keiner wusste wie, aber es war so gut wie sicher, dass er außer den Kustoden noch weitere Spione haben musste.
Der Rebell ritt an einem prunkvollen Anwesen vorbei und sah gedankenvoll zu den Fenstern hinauf. Auch hier war alles dunkel.
Jedoch hörte er ein leises Geräusch, mit welchem er nicht gerechnet hatte.
Er gab seinem großen, dunkelbraunen Hengst den Befehl anzuhalten. Dieser gehorchte, schnaubte aber unwillig: So nah waren der heimische Stall und das wohlverdiente Futter.
Da hörte er es wieder:
Das leise Weinen eines Mädchens klang durch die Nacht. Seine Stirn unter dem schwarzen Tuch, welches sein Gesicht verbarg, runzelte sich unwillig.
Er wusste, er würde ihr vermutlich nicht helfen können.
Langsam trieb er sein Pferd an und ritt nachdenklich nach Hause.
Nell erwachte und hörte als Erstes das fröhliche Zwitschern der Finken im Geäst des Bougainvillea-Baumes vor ihrem Fenster.
Sie fühlte sich, als sei eine Kutsche über sie hinweggerollt. Ihre Augen schmerzten, als sie sich zwang, diese zu öffnen.
Nell schlug die leichten Decken mit dem bestickten Blumenmuster zur Seite, drehte sich um und stand vorsichtig auf. Ihr Rücken brannte wie Feuer und sie wusste genau warum.
Ihre Stiefmutter Valeska hatte gestern Abend ihren Zorn mit der Peitsche an ihr ausgelassen, als Nell, wie so oft in den letzten Monaten, gebeten hatte, ihre Verlobung mit Shane Donovan lösen zu dürfen.
Ein gewöhnliches Streitgespräch hatte in einem furchtbaren Erlebnis für Nell geendet.
„Du bist verrückt, Kind! Ein verwöhnter Balg, wie ich es zu deinem Vater immer schon gesagt habe. Die Donovans sind neben uns die reichste und einflussreichste Familie der Stadt. So eine Verlobung löst man nicht!“
„Shane Donovan ist arrogant und immer schlecht gelaunt.
Ich will keinen Miesepeter heiraten! Ich habe hier schon nichts zu lachen. Wenn ich ihn heirate, lache ich vermutlich nie wieder!“
Valeska hatte sie mit ihren eisblauen Augen angesehen, bis ihr innerlich ganz kalt geworden war.
Nell wusste, das hätte sie nicht sagen dürfen.
Sie war noch nie zuvor so vorlaut gewesen, dafür fürchtete sie die eiskalte Schönheit, die ihr Vater bereits kurz nach dem Tod der geliebten Mutter geheiratet hatte, viel zu sehr.
Valeska war hochgewachsen, hatte weißblondes glattes Haar und Nell fühlte sich neben ihr wie die sprichwörtliche graue Maus.
Dabei war Nell auf ihre Art ein hübsches Mädchen.
Groß gelockte dunkle Haare fielen ihr bis auf den Rücken, das herzförmige Gesicht lebte von den riesigen braunen Augen mit den langen dunklen Wimpern. Ihre Züge waren zart, die Augenbrauen schmal, nur der Mund war großzügig geschnitten. Alles in allem wirkte sie unauffällig und sehr zierlich neben der blonden Amazone, die nun wortlos das Zimmer verlassen hatte.
Valeska kehrte jedoch nach wenigen Minuten zurück.
Sie wurde von Mical, dem Hausdiener, begleitet.
Der gutaussehende Maroconer war nicht nur auf eine finstere Art attraktiv und sehr muskulös, sondern darüber hinaus absolut skrupellos.
Nell hatte stets den Eindruck, als wäre er vor allem der persönliche Diener von Valeska in jeder Beziehung.
Sie riss die Augen auf, als sie sah, was er in der kräftigen Hand trug: Eine zusammengerollte Peitsche, schwarze und braune Lederschnüre an einem kurzen Stock.
Nell blickte ungläubig ihre Stiefmutter an. Diese sah sie mit ausdrucksloser Miene an und streckte die Hand mit den langen, gepflegten Nägeln aus.
Mical übergab ihr die Peitsche.
Die Lederschnüre entrollten sich und Nell flüsterte:
„Das kann nicht dein Ernst sein, Valeska. Wenn Vater das erfährt.“
„Ich sage es ihm sogar höchstpersönlich. Und er wird mir, wie immer, beistimmen, dass ich mir Frechheiten von dir nicht bieten lassen muss. Halte sie fest, Mical!“, sagte Valeska ungerührt.
Der Diener hatte Nell so schnell gepackt, dass sie sich noch nicht einmal bewegt hatte. Er hielt ihre Oberarme fest und Valeska öffnete die Knöpfe auf der Rückseite des Kleides. Als sie die Stoffhälften zur Seite zog, begann Nell zu schreien.
„Nein, das kannst du nicht machen, Valeska. Hilfe! Helft mir bitte! Neiiin!“
Ihr Schrei ging in ein scharfes Einatmen über, als sie den Schmerz spürte. Die Tränen flossen in Strömen, was sie beschämte, aber sie konnte sie nicht zurückhalten. Es fühlte sich an, als hätte ihre Stiefmutter ein Messer angesetzt.
Noch zweimal klatschten die Lederschnüre auf ihre gerissene Haut, dann verließen Valeska und Mical ihr Zimmer.
Nell war auf den Boden gesunken und weinte sich die Seele aus dem Leib.
Da spürte sie eine Hand auf ihrem Kopf und die sanfte Stimme ihrer Zofe Ally flüsterte:
„O Nell, du Ärmste. Komm zum Bett, ich habe eine Salbe für deinen Rücken dabei.“
Nell rappelte sich mühsam auf und schleppte sich zum Bett. Vorsichtig ließ sie sich daraufgleiten und bemühte sich einen erneuten Aufschrei zu unterdrücken, als Ally die Wunde mit der kühlenden Salbe bestrich.
Ally legte feuchte, kühlende Tücher darüber, und das vom Weinen völlig erschöpfte Mädchen schlief bald darauf ein.

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Taschenbuch: 774 Seiten
Verlag: CreateSpace Independent Publishing Platform
ISBN-10: 1514100991
ISBN-13: 978-1514100998

Mein neuestes Projekt nimmt Form an, Ort und Charaktere bekommen Ecken und Kanten.

Ja, ja, endlich - er hebt bald ab!
Das lange Warten ist vorbei - die Luftströmung günstig, alle Wirbel umfahren - mein neuester Fantasy-Roman "Airballoon" erscheint Ende Juli.

Ein befristetes Schnäppchen heute und morgen bei Amazon: mein aktuelles eBook "Darklove - über düsteren Welten"

Reisen, träumen, lesen, schreiben - alles hängt für einen fantasiereichen Menschen zusammen. Ein Land, das meine Fantasie beflügelt hat wie kein anderes, ist Sri Lanka.

Sri Lanka war das erste außereuropäische Land, das mein Mann und ich bereisten. Ein Kulturschock, den wir bis auf die hohe Luftfeuchtigkeit schnell verkrafteten, da diese Insel wunderschön ist.
Das ehemalige Ceylon, britisches Kolonialland mit spannender Geschichte, besitzt unzählige außergewöhnliche Orte. Natürlich sind für viele Menschen die traumhaften Strände das Wichtigste, aber für mich war der tiefe, grüne Dschungel von größtem

 Sri Lanka Urheber Blog
Copyright Uditha Wickramanayakalicense creativecommons

Reiz. Stundenlang fuhren wir durch dichte Plantagen oder Palmenhaine, besichtigten Tempel, bekamen Buddhas in allen Ausführungen und Größen zu sehen und waren von der ruhigen Freundlichkeit der Singhalesen begeistert.

Nun lief vor einigen Wochen das Traumhotel (Sri Lanka) und ich fühlte mich wieder mitten in meine Erinnerungen versetzt.
Gut, ich hatte den Sigirya-Felsen nicht benachbart zum Elefantenwaisenhaus im Kopf. Es könnte natürlich an einem mangelhaften geografischen Gespür gescheitert sein, ansonsten finde ich schöpferische Freiheit in engem Rahmen erträglich. Die Ausblicke auf Teeplantagen und Dschungel waren wie immer gekonnt umgesetzt, der Zuschauer bekam wunderschöne Eindrücke vermittelt und die bezaubernde Yvonne Schönherr zeigte, was mit der Beschreibung "Augen wie Teiche" gemeint ist.

Der Sigiriya-Felsen, Heimat des über 1500 Jahre alten Gemäldes der Wolkenmädchen (inzwischen Weltkulturerbe) war für mich nicht bis zum letzten Punkt erreichbar, da ich nicht schwindelfrei bin. Der Besuch der Ausgrabungen auf dem Felsen, nur erreichbar auf schmalen Holzstegen über dem tiefen Abgrund, verlangten mir bereits alles ab. Dabei hatte ich eigentlich schon in Colombo (7. Etage im Hilton) befürchtet, ich müsste auf dem Boden an der Wand schlafen, den hervorragenden Ausblick konnte ich dort nicht genießen. Die Wolkenmädchen besuchte mein Mann alleine (er kann deren Schönheit vielleicht auch besser würdigen als ich zwinkernd) und ich sah sie mir auf den Fotos an.

Was beeindruckte mich in dieser ganz anderen Welt am meisten:
- die Geräusche im Dschungelhotel
- die zarte Blüte auf dem Kopfkissen, das Bett unter dem romantisch beleuchteten Moskitonetz
- die Stadt Kandy in der Abendsonne, wenn Scharen von Flughunden zwischen den riesigen Bäumen am Flussufer in lauter Unterhaltung hin und her flattern
- das fantastische Mittagessen in einem Berghotel hoch über den Baumkronen, in denen wir kreischende und turnende Affen beobachten konnten.

Diese, tief in meine Erinnerungen eingegrabenen Stunden werde ich niemals vergessen und sie haben sich in meinen Büchern wieder hervorgearbeitet.
Wenn Nell und Shane sich durch die Baumkronen Djamilas bewegen, auf dem Weg in die tödliche Gefahr eines Dschungels, dann habe ich dieses zugleich zauberhafte und auch tief beeindruckende Bild vor Augen und höre die Affen (Nyani) Alarm schlagen.

New York wird mich wegen einem vermutlich unumgänglichen Aufenthalt in Wolkenkratzern sicher niemals sehen. Aber viel schlimmer ist, dass ich wieder Fernweh bekommen habe: Ganzheitliche Heilung nur möglich durch akutes Reisen.
Ein wenig abzuschwächen kann ich es allerdings dadurch, dass ich über fremde Orte schreiben.

Auszug aus "Jäger" - Band 2 der "Traumwandlerin-Saga"

Ein Schatten schlich unter dem Baum umher und Nell tippte Shane vorsichtig an die Schulter. Als dieser sich nach ihr umdrehte, wies sie schweigend hinunter.
Die beiden Männer verhielten sich still und beobachteten den Boden unter ihnen. Nun konnten sie im Schein des aufgehenden Mondes sehen, was es war: eine Tigerkatze! Deutlich kleiner als die Dolchkatzen, mit sehr geschmeidigen Bewegungen. Und als sie zu ihnen herauffauchte, konnten die drei sehen, dass auch dieses Gebiss mit Fleisch und Knochen eines Menschen sicher kurzen Prozess machen konnte.
Nell schluckte und sah nervös zu Shane hinüber, der breit grinste und leise meinte: „Nell, sie kann hier nicht hinauf: Es gibt keine Äste, nur die stachlige Rinde. Und wir bleiben einfach hier oben, in Ordnung?“
Als sie eilig nickte und ihn unsicher anlächelte, beugte er sich zu ihr hinüber und gab ihr einen kurzen, festen Kuss.
„Das ist mein Mädchen! Wir sind übrigens soweit. Diesmal machen wir die Reihenfolge umgekehrt. Ich fahre vor, dann du, Nell, und Tiger, du passt hinten auf, dass Nell nicht einschläft. Nell, wenn du müde wirst, sag Bescheid. Bevor du einschläfst, möchte ich, dass du bei mir auf dem Wagen sitzt! Verstanden?“
Die beiden nickten und dann ging es los. Immer leicht bergab, so dass sie sich langsam mit dem Vorwärtsziehen und auch mit dem Gebrauch der Bremsen, die sich am Seil festklemmten, wenn sie gezogen wurden, vertraut machen konnten. Unter ihnen raschelte es immer wieder und nach und nach gewöhnten sie sich an die anderen Laute des Dschungels:
Vögel zwitscherten in allen Tonlagen, in kurzen und langgezogenen Tönen. In der Ferne hörte man das Kreischen von Affen und einmal auch das Gebrüll einer Tigerkatze. Es war wie Musik: Eine seltsame, aber auch berauschende Musik, die einen verführte, in Träume einzutauchen. Nell rief sich selbst immer wieder zur Ordnung, wenn sie spürte, dass sich ihre Gedanken von der Wirklichkeit entfernten. Denn war sie einmal in irgendwelchen Tagträumen unterwegs, war die Gefahr dabei einzuschlafen groß. Sie waren sich bewusst, dass sie in einer ihnen unbekannten und sehr gefährlichen Welt unterwegs waren. Dennoch war es dort oben auf den Seilen faszinierend und Nell hoffte, dass sie morgen noch alle diesen Ausblick, den sie in ihrem gestrigen Traum gesehen hatte, auch im Hellen genießen könnten. Sie gewöhnten sich an die Geräusche und schließlich kamen sie an den steilen Hang, der den Beginn vom „gefährlichen Tal“ bedeutete. Shane hielt an und fixierte die Bremse. Vorsichtig lehnte er sich nach vorne und spähte hinab.
Das ging ja verdammt steil hinunter!
Er drehte sich zu den beiden anderen um und erkannte im Licht des abnehmenden, aber immer noch sehr hellen Mondes, dass Nell müde wirkte. Tiger sah ihn fragend an und Shane meinte entschlossen:
„Es wird ab jetzt ziemlich steil. Nell, du kommst jetzt zu mir, denn ich weiß nicht, ob deine Kraft für die Bremsen ausreicht. Tiger, wenn du nicht mehr kannst, dann warne mich vor, bevor du mir hinten auffährst. Wenn du langsam ankoppelst, kann ich dir helfen!“
Tiger nickte und grinste etwas angespannt. „Ich werd‘s schon schaffen, Shane. Mach dir keine Sorgen.“
Shane fiel plötzlich auf, wie sehr sich Tiger in den letzten Monaten verändert hatte. So wie Nell weiblicher und erwachsener geworden war, war aus dem Jungen ein junger Mann mit breiten Schultern und einem muskulösen Körper geworden. Das Training von Lilas sah man ihm deutlich an.
Shane nickte zurück. „Klar schaffst du das! Du bist ja kein Mädchen“, grinste er mal wieder frech Nell an, während er sie vorsichtig zu sich auf den Wagen zog.
Nell schnaubte nur leise durch die Nase. Solche Sätze waren es gar nicht wert, darauf zu antworten. Sie zeigten ihr allerdings immer wieder mal, dass Shane auch noch nicht lange erwachsen war.
Sie setzte sich zwischen Shanes Beine und erstarrte, als sie nun sah, wie steil es hier hinunterging.
„O Gott, Shane, wir werden uns auf dem Brett nicht halten können und runterrutschen“, keuchte sie entsetzt auf. Shane nahm ein Seil, welches er vorsorglich aufgeladen hatte und schlang es um ihrer beider Körper. Dann befestigte er es an einem Haken an der Rückseite des Rollwagens. Er wartete, bis es Tiger ebenso gemacht hatte, dann zog er sich und Nell sanft über die Rollen, nach denen es steil bergab ging.
„Wenn‘s geht, nicht zu laut kreischen, Nell! Sonst ist das Überraschungsmoment bei Norisha vertan“, neckte er sie, und Nell, der bereits ein Schrei auf den Lippen gelegen war, presste diese fest zusammen und hielt sich beinahe panisch an Shanes Hosenbeinen fest. Kurz schloss sie die Augen, aber als sie spürte, dass Shane die Kontrolle über das Tempo des Wagens hatte, öffnete sie diese wieder und beobachtete diesen unbekannten Teil des Dschungels genau.
„Das gefährliche Tal“ sah aus wie der Dschungel, den sie soeben verlassen hatten; nur etwas dichter und grüner erschien er ihr. Deutlich anders waren allerdings die Geräusche hier unten: Weniger Zwitschern, mehr Gekreische, Geknurre und Gefauche waren zu hören und ihnen wurde bewusst, dass sich unter ihnen eine große Anzahl der Dolchkatzen befanden, die die Eindringlinge vermutlich schon gehört hatten. Nach dem steilen Abhang tauchten sie wieder in den Dschungel ein.
Shane beobachtete die Bäume genau. Aber hier war die Seiltrasse viel weiter weg von den Bäumen als im oberen Dschungel.
Da! Dort drüben auf einem der Urwaldriesen stand eine, nein, es waren drei von diesen riesigen Tieren, die zu ihnen hinübersahen. Eine Dolchkatze legte den Kopf zurück und ließ ein schauerliches Gebrüll hören und bekam vielstimmige Antwort aus dem Blätterwald unter ihnen.
„Na wunderbar! Soviel zum Überraschungsmoment!“, knurrte Shane genervt. Langsam zog er sich dahin und Tiger folgte ihm dicht auf. Wachsam beobachteten sie alles um sie herum.Dann spürte Shane, dass Nell trotz der beängstigenden Situation ihrem unbändigen Verlangen nach Schlaf nachgegeben hatte und eingeschlummert war. Sie schlief tief und ruhig und Shane bemühte sich, sie nicht zu wecken.
Nach einiger Zeit wurde sie langsam unruhig und begann sich zu bewegen. Das Traumwandeln begann und Shane wusste nicht, wie weit sie noch hatten.

Wenn ich alles richtig gemacht habe, dann seht ihr beim Lesen Sri Lanka - Djamila vor euch, hört die Affen schreien und die Raubkatzen fauchen. Ihr spürt die Feuchtigkeit der Luft auf eurer Haut und das verwirrende Gefühl im Magen, wenn ihr euch in großer Höhe bewegt.

Ainoah

  buchcover

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AbendsonneWarme Farben am Horizont an einem Winterabend, auf der Terrasse steht der Liegestuhl und daneben das Glas Wein statt eines Glühweins. Lange Zeit stand ich mit meiner Kamera auf dem Balkon und beobachtete das Farbenspiel, bis die Landschaft im Dunkel versunken war.

Weihnachten sah früher anders aus. Aber mal abgesehen von einem flauen Gefühl in der Magengegend wegen der Klimaveränderung war die Zeit um das diesjährige Weihnachtsfest wunderschön, denn als bekennender Outdoor-Mensch - fragt mich nicht, wie sich das mit dem nicht gerade geringen Zeitaufwand einer Autorin vor einem Rechner vereinbaren lässt - konnte ich die freien Tage mit jeder Menge Aktivität genießen.

Und doch machte mir dieser Sonnenuntergang Angst und ich bin nun Mitte Januar froh, dass der Winter sich blicken lässt. Wiegt es mich doch ein wenig in Sicherheit, dass es nicht nur Wetterkapriolen und unumstößliche Veränderungen gibt.

Meine Ängste sind neben denen, die um das Wohl meiner Familienmitglieder kreisen, zahlreich und die wenigsten sind als unrealistisch von der Hand zu weisen. Ich versuche sie allerdings meist erfolgreich im Alltag zu unterdrücken und auszublenden.

  • Ein Atomkrieg - wer gibt bedenkenlos den Tyrannen und Fanatikern dieser Welt gefährliche Waffen in die Hand?

  • Ein Vulkanausbruch, der uns für Monate oder gar Jahre unter feiner Asche begräbt und solch einen Sonnenuntergang nicht mehr sichtbar werden lässt - einen Vorgeschmack haben wir 2010 bekommen

  • Der Golfstrom verändert seinen Lauf und wir versinken in einer Eiszeit

  • Ein explosionsartiger Anstieg bei Krankheiten wie Leukämie durch Gifte, die von Menschenhand unbekümmert in die Umwelt gebracht werden, um Erträge zu maximieren oder wie beim Fracking Erdgas zu fördern

Was sind eure Ängste?

All dies setzt eine Gedankenlawine bei mir in Gang, die auch die Idee zu dem ersten Teil von Beretar (Darklove) entstehen ließ.
Dystopien gab es in der Literatur seit der industriellen Revolution zu Ende des 18. Jahrhunderts, man nehme mal "1984" von Orwell oder aktuell "Die Tribute von Panem". Visionen über eine Menschheit, die unterjocht wird oder in düsteren Szenerien ums nackte Überleben kämpt, faszinieren uns offensichtlich, ansonsten gäbe es nicht so viele erfolgreiche Katastrophenfilme.

Es ist an der Zeit für Teil 2: Meine Gedanken sind wieder auf Beretar, dem zerrissenen Planeten und bei den beiden, die sich durch das Helle Tor gewagt haben, weil sie auf Rettung hoffen. Wo werden sie ankommen, welche Welt werden sie erreichen, falls sie den Weg dorthin überleben? Und gibt es doch eine Rückkehrmöglichkeit, ohne sich in eine furchterregende Kreatur zu verwandeln?
Die Ideen nehmen Gestalt an, werden gesammelt und nächste Woche beginnt mein geliebter Aufenthalt zwischen den Welten Reallife und Fantasy.

 

Leseprobe aus Darklove - Über düsteren Welten

Naim trat ihnen entgegen, um ihnen beim Ablegen der Körper zu helfen, schrak aber mit einem Keuchen entsetzt zurück.
»Was zur Hölle ist das?«, fragte er fassungslos und Talin hielt Elion rasch fest, der automatisch hinzutreten wollte.
»Elion – nicht!«
Die Admiralin ahnte, was es war: eines der Wesen, die hinter dem Dunklen Tor existierten. »Leben« wagte sie es nach den furchtbaren Tönen, die sie vernommen hatten, nicht zu nennen. Das Wesen wurde neben dem Feuer auf den Boden gelegt und es war sonderbarerweise Portos, der bebend an dessen Seite auf die Knie fiel.
Talin musterte das Wesen und bemerkte dabei nicht, dass auch Elion hinter ihr vorbeiblickte.
Es war etwa so groß wie Talin, sehr mager und besaß eine rotschwarze Hautfarbe. »Wie verbrannt« hatte es vor zwei Tagen einer der Männer der Admiralin beschrieben und genau so sah es aus. Wie aus Feuer geborgen und ohne Haare auf dem Kopf, besaß es jedoch seltsamerweise klauenähnliche, ziemlich lange Finger- und Fußnägel, die eigentlich im Feuer ebenfalls hätten verbrennen müssen. Elion schauderte es, als er daran dachte, dass diese Wesen die Toten verspeisten, weil sie ständig dem Hungertod nahe waren. Fraßen sie sich auch gegenseitig auf? Vermutlich nicht, sonst gäbe es nur wenige von ihnen und sie wären nicht so unterernährt. Talins Blick konzentrierte sich auf Portos’ verzweifelten Gesichtsausdruck, den sie nicht verstand. Dieser Mann war allen gegenüber hasserfüllt, warum empfand er bei diesem Wesen so große Trauer? Die Admiralin beschlich ein ganz ungutes Gefühl, als sie den immer noch beinahe panischen Ausdruck im Gesicht des sonst so beherrschten Silver sah.
Irgendetwas Entsetzliches musste geschehen sein.
Sie spähte möglichst verhalten nach dem zweiten Körper, den die Shades mitgebracht hatten.
Hier handelte es sich um einen verletzten Shade, der leise vor sich hin wimmerte. Die Kleidung auf seiner rechten Seite war aufgerissen und es schimmerte rot durch die blutgetränkten Lumpen. Auch das Fell, welches er trug, hatte die Verwundung nicht aufhalten können. Brianne und Sandria ließen sich mit Wasser und Verbandsmaterial an seiner Seite nieder und begannen ihn vorsichtig zu behandeln. Die geschockten Blicke aller wandten sich nun wieder dem Wesen zu, welches offensichtlich tot war. Ein Pfeil steckte in seiner Brust und Talin kniff die Augen zusammen und trat vorsichtig noch einen Schritt näher. Naim schien sich überwinden zu müssen, tat es ihr aber gleich. Talin beugte sich vor und fragte ungläubig: »Ist das eine Frau?«
Portos entrang sich ein Aufschluchzen und Silver legte dem Mitkämpfer tröstend eine Hand auf die Schulter. Talin bemerkte jedoch, dass diese Hand wie Espenlaub zitterte.
»Was ist denn los?«, fragte Brianne beunruhigt und trat von der anderen Seite dazu.Dann stieß sie einen entsetzten Schrei aus: »Jena? Ist das Jena? Oh mein Gott!«
Jorim nahm seine weinende Frau fest in die Arme und sein Gesichtsausdruck war verbissen und schockiert zugleich.
»Ihr kennt sie?«, fragte Naim fassungslos und nun löste sich ein schriller Schrei, wie Talin noch keinen vernommen hatte, als Sandria wahrnahm, was hier lag.
»Jena? Wir haben sie ins Helle Tor geschickt und sie kommt durch das Dunkle Tor zurück?«
»Wir haben sie zu Monstern gemacht!«, schloss Silver mit wackliger Stimme.

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Auf den Himmelsschollen

Lässt sich Fantasie verbiegen?

Meine Fantasie ist im Laufe meiner Autorentätigkeit flexibler geworden, stelle ich freudig fest.

Das hilft mir zwar leider nicht beim Shoppen, wenn das Shirt oder die Schuhe, in deren sicheren Besitz ich mich bereits wähnte, einfach nirgends aufzutreiben sind. Meist weiß ich nur zu genau, wie der angestrebte Kauf auszusehen hat, aber entweder sind meine Wünsche schon wieder out oder noch nicht erfunden oder - am allerschlimmsten - nur in meiner Größe nicht vorrätig. Nicht selten ziehe ich dann unverrichteter Dinge wieder ab und mein Mann freut sich über das gesparte Geld.

Aber beim Schreiben schadet es eher, alles starr zu fixieren. 

Nehmen wir beispielsweise mein neues Projekt - Beretar:
Es besteht aus einigen parallelen Handlungssträngen, da sich mehrere Grüppchen wieder in die düsteren Schluchten des zerrissenen Planeten aufmachen. Die einen wollen wissen, was sich hinter dem Dunklen Tor befindet und wer für die Verwandlung der Shades in Untote verantwortlich ist, die anderen, ob hinter dem Hellen Tor doch eine Heilung von Schwerstverletzten möglich ist. Die dritte Gruppe verfolgt die erste, um sie aus der Gefahrenzone zu bringen, aber ein Ziel ist ihnen allen gemein: Die Rettung der tapferen Admiralin Talin und des Fürstensohns Naim, der im schlimmsten Fall sein Leben für sie umsonst geopfert hat.
Was das mit meiner Flexibilität zu tun hat?
Nun, ich muss nicht nur die ständigen charakterlichen Drehungen meiner geliebten Hauptpersonen mitmachen, sondern auch die Ortswechsel vollziehen. Das mache ich natürlich nur zu gerne, aber es kann kniffelig sein. Meist sind die Orte ja in meiner Fantasie gewachsen und dann in Handlung und Datei eingepasst worden. Aber zufällig sehe ich ein Foto wie dieses und weiß, ich möchte/muss eine Änderung durchführen. Es geht nicht anders, denn genau so sollten die Gebäude auf den Himmelsschollen aussehen, den Teilstücken Beretars, die durch die Explosion in die Weite des Himmels katapultiert wurden und den Gerüchten zu Folge zur Erholung der Fürstenfamilie genutzt werden.
Seht euch diese kunstvollen Bögen und die wunderschönen Grüntöne an, dieses zarte Sonnenlicht, das dem Betrachter angenehme Temperaturen vorgaukelt. In Wirklichkeit herrschte eine sengende Hitze zum Zeitpunkt der Aufnahme.
Genauso wird es auch meinen Helden gehen, die unverhofft auf diesen Ort stoßen und sich in seliger Sicherheit wähnen. Sie werden vermutlich durch meine böse Fantasie bald eines »Schlimmeren« belehrt. Aber noch sind sie nicht am Ziel, denn es liegen noch viele Seiten selbstvergessender, unterhaltsamer und auch auslaugender Arbeit vor mir.

Das Vorwort zu »Beretar«:

»Beinahe wäre er gestolpert, als sich die Beschaffenheit des Bodens änderte. Der harte Fels der Schlucht war verschwunden, unter seinen Füßen spürte er weiches, nachgiebiges Material. Der Duft nach Blüten, den jeder der Kämpfenden vor dem Hellen Tor gerochen hatte, wehte nun in einer leichten Brise verstärkt um die Nase des erschöpften Kämpfers.
Aber Naim konnte diese angenehmen Eindrücke nicht genießen, zu schwer war die Last auf seinen Armen und noch schwerer wog die Hoffnungslosigkeit seines Tuns.
Warum war er durch diese lockende Öffnung im Fels geeilt?
Um die Sterbende, die reglos an seine Brust gebettet lag, zu retten? Ein Wahnwitz, dass er dem Irrglauben der Shades, die auf die Heilung aller Schwerstverletzten hinter diesem Eingang ins Unbekannte vertrauten, gefolgt war.
Der hagere Mann mit dem Falkengesicht hob den Kopf und wusste nicht, mit welchem Anblick er rechnete: Leichen, mehr oder weniger vermodert, oder die menschenleere Blumenwiese, die beweisen konnte, dass die Hoffnung der Schluchtenbewohner nicht vergebens gewesen war. 
Irritiert runzelte er die hohe Stirn. Eine schwarze Haarsträhne klebte an den Schweißtropfen, die sich dort während des harten Kampfes noch eben in der Schlucht gebildet hatte. Mit großer Anstrengung hatten sie gewonnen, aber gegenwärtig stand Naim im Begriff, das Wichtigste in seinem Leben zu verlieren: Talin, die Admiralin der Airballon-Flotte seines Vaters, dem Fürsten Beretars.

Vor ihnen befand sich ein Gang, der in einer leichten Steigung in die Ferne führte. Dieser Weg war die einzig vorhandene Möglichkeit sich vom Fleck zu bewegen, außer den Weg zurück einzuschlagen.
Naim war sich unsicher, ob er überhaupt zurückkonnte, denn bisher gab es keine Rückkehrer durch das Helle Tor. Allerdings war er selbst der einzige Unverletzte, der es je gewagt hatte, hindurchzugehen.
Ihn schauderte kurz, als er daran dachte, was ihm Talin und sein Bruder Fadir berichtet hatten:
»Alle, die zurückkehren, kommen als verbrannte Wesen zurück in diese Welt. Sie kennen nichts und niemanden mehr aus ihrer Vergangenheit. Wen auch immer sie töten können, der stillt ihren unermesslichen Hunger. Die ehemaligen Shades sind zu menschenfressenden Zombies mutiert. Auf dem Weg zwischen Heilung und Tod sind sie auf eine Hölle auf der anderen Seite des Hellen Tores gestoßen. Und dieses Flammenmeer scheint der einzige Ausgang zurück in die Schlucht zu sein.«
Würden er und Talin - sofern jemand für ihre Rettung sorgte - auf dieselbe Weise heimkehren?

Ein leiser Seufzer drang an sein Ohr. Vorsichtig ließ er sich auf die zittrigen Knie sinken und bettete die verletzte Frau auf den weichen Boden. Aufmerksam beobachtete der Kämpfer sie und stellte erleichtert ein kurzes Heben und Senken des Brustkorbes fest. Mit sanften, unbeholfenen Bewegungen strich er ihr das lange, fast schwarze Haar aus dem Gesicht.
Ihre bleiche Gesichtsfarbe war ebenso besorgniserregend wie die offene Wunde an ihrer Seite, die ihr eine dieser fürchterlichen Echsen mit dem messerscharfen Schwanzende aufgerissen hatte. Solche Ungeheuer hatte Naim noch nie gesehen.
Sie waren wie die verbrannten Wesen direkt aus der Hölle gekrochen, die hinter dem Dunklen Tor liegen musste, und hatten die Gruppe der Kämpfer attackiert. Talin hatte sich tapfer geschlagen, war aber durch ihren verletzten Kampfarm deutlich eingeschränkt gewesen. Gesenkten Hauptes dachte er daran, dass er die Schuld an der ersten Verletzung trug und damit auch für ihren möglichen Tod verantwortlich wäre. Vorsichtig drehte er die schlanke Frau auf die unverletzte Seite und registrierte erstaunt, dass sich der Blutfluss aus der Wunde deutlich verlangsamt hatte.
Mit neuem Mut blickte er den Gang entlang, dessen Ende nicht zu erkennen war, und mahnte sich selbst.
»Los jetzt, Naim. Bring sie an einen besseren Ort, an dem es hoffentlich Heiler gibt.«
Seine Lippen zusammengepresst sah er auf Talin hinunter, die er bisher als beherrschte, besonnene und fähige Anführerin kannte. Darüber, dass ausgerechnet er – den sie nicht leiden konnte – auf sie in ihrer Hilflosigkeit hinabsah, wäre sie nicht gerade glücklich.
»Komm schon, Talin,« murmelte er, als er sie behutsam wieder hochnahm und noch etwas wacklig zum Stehen kam. »Lieber von einem arroganten Sadisten gerettet werden als verrecken. Reiß dich zusammen, ich tu es ja auch.«
So sah ihre Meinung über ihn aus und er wusste, dass mehr als ein Quäntchen Wahrheit in diesen Worten lag. Er würde nur zu gerne beweisen, dass er eine zweite Seite hatte, wenn er die Gelegenheit dazu erhielte. Doch diese konnte er nur einer lebenden Admiralin zeigen, was bedeutete, dass er besser schnell Hilfe finden sollte. Der Gedanken an eine Wiedergutmachung seiner Schuld gab ihm Auftrieb.
Seine Schritte, anfangs langsam und unsicher, wurden länger und kraftvoll, während er auf dem Weg durch feinen Nebel in Richtung zunehmender Helligkeit wanderte – eingehüllt von wohlriechender, feuchten Luft.«

Könnt ihr euch diese Welt vorstellen, in die Naim seine Hoffungen setzt?

Eure Ainoah

 

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